Microsoft wird PC-Dienstleister - Roter Alarm für Partner?

11. März 2005, 16:35
  • microsoft
  • channel
image

Will Microsoft nun auch noch ins IT-Services-Geschäft einsteigen? Es sei nur ein Art Studienprojekt, verspricht Redmond.

Will Microsoft nun auch noch ins IT-Services-Geschäft einsteigen? Es sei nur eine Art Studienprojekt, verspricht Redmond.
Wie "News.com" berichtet, hat Microsoft mit Energizer einen Vertrag für das Management der rund 6000 PCs des Batterieherstellers abgeschlossen. Der Deal wurde zwar noch nicht offiziell bekannt gegeben, aber ein Microsoft-Vetreter bestätigte die Pläne gegenüber "News.com".
Gemäss Mike Adams, General Manager in Microsofts IT-Abteilung, welche die Betreuung der PCs bei Energizer übernehmen soll, will der Betriebssystemriese nun aber nicht ernsthaft ins IT-Dienstleistungsgeschäft einsteigen. Microsoft wird immer wieder vorgeworfen, die Bedürfnisse von Unternehmen schlechter zu verstehen, als andere IT-Riesen wie zum Beispiel IBM, die durch eigene Dienstleistungsbereiche einen viel direkteren Kontakt zu Kunden haben.
Gemäss Adams geht es Microsoft nicht darum, sich einen neuen Geschäftsbereich aufzubauen. Durch ein eng begrenztes Engagement erhoffe man sich aber, genau dieses Verständnis zu verbessern.
Gemäss Adams werden zu Energizer noch eine "begrenzte Anzahl" von weiteren Kunden hinzukommen, mit dem Ziel, möglichst unterschiedliche Erfahrungen zu machen. Diese sollen dann wiederum in Produkte einfliessen.
Nur ein Experiment – aber für wie lange?
Falls Microsoft durch diese Initiative wirklich seine Produkte verbessert, dürfte das der Mehrheit der IT-Szene recht sein. Bei vielen Microsoft Partnern hält sich aber das Vertrauen in die Aussagen Redmonds nach den Erfahrungen in der Vergangenheit – Stichwort zum Beispiel ERP – in engen Grenzen. Microsoft hat die Eigenschaft, zuerst bescheiden in neue Geschäftsbereiche vorzustossen, diese dann aber hartnäckig, manchmal auch entgegen früheren Versprechungen, auszubauen.
Ein Problem ist, dass Microsoft anscheinend seine Pläne nicht vorher mit Partnern besprochen hat. Dadurch ist zum Beispiel nicht bekannt, ob Microsoft bei seinen "Experimentalkunden" alle Services selbst leisten will, oder ob in bestimmten Bereichen Partner begezogen werden sollen - was wiederum eine businesschance sein könnte.
"Es ist durchaus möglich, dass es sich nur um ein kleines, begrenztes Experiment handelt", meinte Paul DeGroot, ein Analyst beim Marktforschungsinstitut Directions, gegenüber "News.com". "Aber vielleicht ist dies auch Version 1.0, und wenn wir dann bei Version 3.0 angelangt sind, ist es schon eine Riesensache… Es wäre wirklich wichtig für die Partnerlandschaft, dass Microsoft ganz klar sagt, wo die Grenzen gesetzt werden sollen." (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Vertragsauflösung in UK: Bei Atos könnten viele Stellen wegfallen

Ein auf potenziell 18 Jahre angelegter Vertrag zwischen der britischen Pensionskasse und dem IT-Dienstleister wurde nach 2 Jahren aufgelöst. Medien gehen von 1000 Stellen aus, die gefährdet sind.

publiziert am 3.2.2023
image

DXC hofft auf Turnaround im kommenden Jahr

Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im abgelaufenen Quartal erheblich geschrumpft. Im nächsten Geschäftsjahr soll es aber wieder aufwärts gehen, sagt der CEO.

publiziert am 2.2.2023
image

ChatGPT wächst so schnell wie keine andere App

Der KI-Chatbot bricht Rekorde und verzeichnet 100 Millionen aktive Nutzer innert nur 2 Monaten. Nun soll bald ein Abo-Modell eingeführt werden.

publiziert am 2.2.2023
image

Rapid7 prüft offenbar einen Verkauf

Der Security-Anbieter erwägt laut Medienberichten Optionen für einen Verkauf. Dabei soll auch eine Übernahme durch Private-Equity-Investoren infrage kommen.

publiziert am 2.2.2023