Microsofts grosser Schuss in den (Online-)Ofen

3. Juli 2012, 09:07
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Der Softwareriese schreibt das 2007 für über 6 Milliarden Dollar übernommene Unternehmen aQuantive sozusagen als Totalverlust ab.

Der Softwareriese schreibt das 2007 für über 6 Milliarden Dollar übernommene Unternehmen aQuantive sozusagen als Totalverlust ab.
Microsoft hat gestern bekannt gegeben, dass im vierten Quartal seines Geschäftsjahrs 2012, das am 30. Juni endete, ein grosser Abschreiber vorgenommen wird. Microsoft wird den geschätzten immateriellen Wert (Goodwill) seiner Online-Services-Abteilung in der Unternehmensbilanz um rund 6,2 Milliarden Dollar reduzieren.
Dieser Abschreiber dürfte den Reingewinn im vierten Quartal in etwa auf Null reduzieren, möglicherweise wird Microsoft auch einen kleinen Verlust verbuchen müssen. Der Cashflow wird davon aber nicht beeinträchtigt.
Skype rein, aQuantive raus
Laut Microsoft betrifft der Abschreiber vor allem den Wert des 2007 übernommenen Online-Werbevermittlers aQuantive. Microsoft hatte damals 6,3 Milliarden Dollar für aQuantive springen lassen – die Redmonder schreiben diesen Kauf also nun fast als Totalverlust ab. Man profitiere zwar immer noch von einigen von aQuantive stammenden Tools für das Online-Werbegeschäft, die Übernahme habe aber das Wachstum nicht so beschleunigt, wie erwartet, begründet Microsoft die Wertberichtigung.
Der in der Microsoft-Bilanz aktivierte Goodwill von zuletzt 19,7 Milliarden Dollar reduziert sich damit um etwa ein Drittel. Microsoft hatte den Goodwill erst vor wenigen Monaten, im zweiten Quartal seines Geschäftsjahr 2012, um etwa 6,1 Milliarden Dollar erhöht, nachdem die Übernahme von Skype abgeschlossen wurde. (Hans Jörg Maron)

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