Microsofts Passport kommt aufs Abstellgleis

30. Dezember 2004, 16:10
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eBay ist abgesprungen – und Microsoft hat es aufgegeben, weitere Sites für seinen "Passport"-Service gewinnen.

Mit "Passport", einem Service der Benutzerinformationen wie Passwörter oder Kreditkartennummern zum Gebrauch auf verschiedenen Websites speichert, wollte Microsoft auch im E-Commerce eine strategisch wichtige zentrale Stellung erlangen. Diese Pläne haben die Redmonder nun anscheinend aufgegeben. Microsoft hat gestern bekannt gegeben, dass man damit aufhören wolle, weitere Websites zum Gebrauch seines eigenen User-Authentifizierungsservices zu überreden, wie die "Financial Times" berichtet.
Nur wenige Stunden vorher hatte eBay angekündigt, dass man Passport ab Mitte Januar nicht mehr unterstützen werde. Damit hat Microsoft seinen wichtigsten Partner für Passport verloren. Bereits im Oktober war ein weiterer wichtiger Partner, der weltweit agierende Online-Jobvermittler Monster, abgesprungen.
Microsoft, so die FT weiter, will sich in Zukunft auf die Entwicklung von Tools konzentrieren, mit denen andere Unternehmen ihre eigenen Internet-Services – zum Beispiel eben auch Authentifizierungsservices – bauen können. Wer gewisse Microsoft-eigene Services beanspruchen will, muss sich aber zumindest vorerst weiterhin ein Passport Konto zulegen. (Hans Jörg Maron)

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