Microsofts teuer erkaufter Xbox-Erfolg

28. April 2006, 09:51
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Auch MSN unter Druck – Dafür wird der Server-Bereich immer profitabler.

Auch MSN unter Druck – Dafür wird der Server-Bereich immer profitabler.
Microsoft konnte im ersten Quartal des Jahres 2006 sowohl Umsatz als auch Gewinn wiederum im zweistelligen Bereich steigern. Ein verglichen mit der gleichen Periode im Vorjahr um 13 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar gestiegener Umsatz spülte 2,98 Milliarden Dollar Reingewinn in die Kassen der Redmonder, 16 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Damit verpasste der Softwareriese allerdings die Erwartungen der Finanzanalysten um einige Prozent. Verantwortlich dafür war vor allem der Umterhaltungsbereich, das Segment "Home and Entertainment".
Hier machte Microsoft zwar den grössten Umsatzsprung, von 571 Millionen Dollar auf 1,056 Milliarden Dollar. Prozentual noch stärker wuchs allerdings der operative Verlust des Segmenmts, von 175 auf 388 Millionen Dollar.
Dies ist vor allem auf die Xbox 360 zurückzuführen. Spielekonsolen werden von den Herstellern am Anfang ihres Lebenszyklus meist mit Verlust verkauft. So sollen Marktanteile erobert werden, dank denen man die Verluste später wieder wettmachen kann. Der Launch der Xbox 360 war aber anscheinend noch teurer als erwartet. "Wir haben das Marktvolumen im Xbox-Business sehr hoch getrieben", kommentierte Microsoft Finanzchef Chris Liddell. "Als Resultat hatten wir einige Zusatzkosten in der Lieferkette zu verbuchen." Mehr als geplant musste Microsoft zum Beispiel für die Xbox-Komponenten, Luftfracht und die Hinzufügung eines weiteren Fabrikanten ausgeben.
Umsatzrückgang für MSN
Verluste musste Microsoft allerdings auch in allen anderen "kleinen" Segmenten verbuchen. Besonders die Internet-Plattform MSN hatte Mühe, sich in der Konkurrenz gegen Yahoo, Google und Co. zu behaupten. MSN musste als einziges Segment einen Umsatzrückgang verzeichnen, von 581 auf 561 Millionen Dollar. Daraus resultierte ein operativer Verlust von 26 Millionen Dollar währen letztes Jahr noch ein operativer Gewinn von 102 Millionen Dollar zu Buche stand.
Mehr Umsatz aber wieder Verluste mit "Dynamics"
Auch Microsofts Segment Business Solutions, verantwortlich für die "Dynamics" ERP- und CRM-Applikationen, operierte nach einer ersten Stippvisite in der Gewinnzone im vorletzten Quartal dieses Mal wieder in den roten Zahlen. Trotz einer Umsatzsteigerung von 179 auf 216 Millionen Dollar resultierte ein Verlust von 13 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte der operative Verlust des Segments allerdings noch 39 Millionen Dollar betragen.
Aber man hat ja noch…
Für Gewinne musste sich Microsoft daher wieder auf seine traditionellen "Goldgruben", die Segmente "Client" und "Information Worker" sowie das weiterhin aufstrebende Segment "Server and Tools" verlassen. Mit den happigen Überschüssen aus diesen Segmenten kann sich der Softwareriese allerdings auch noch viele Abenteuer in anderen Bereichen leisten. Den grössten Umsatz und Gewinn machte Microsoft wie immer im Segment "Client" (Windows). Der Umsatz stieg hier von 2,96 auf 3,19 Milliarden Dollar, der operative Gewinn von 2,35 auf 2,48 Milliarden Dollar.
Im Segment "Information Worker" ("Office"-Bürosuite) resultierte aus einem Umsatz von 2,95 Milliarden Dollar (Vorjahr 2,81 Milliarden Dollar) ein operativer Gewinn von 2,09 Milliarden Dollar (Vorjahr 2,03 Milliarden Dollar.)
Und im Serverbereich macht Microsoft weiterhin grosse Fortschritte. Der Umsatz im Segment "Server and Tools" stieg von 2,46 auf 2,86 Milliarden Dollar, der operative Gewinn von 0,82 auf 1,07 Milliarden Dollar. (Hans Jörg Maron)

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