MicroStrategy gewinnt WTO-Ausschreibung des SECO

2. Dezember 2008, 17:10
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SECO schreibt komplexes Millionen-BI-Projekt aus. MicroStrategy gewinnt gegen Oracle und Cognos.

SECO schreibt komplexes Millionen-BI-Projekt aus. MicroStrategy gewinnt gegen Oracle und Cognos.
Anlässlich einer Kundenveranstaltung des BI-Herstellers MicroStrategy stellte Elmar Benelli vom SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) die Ausschreibung für ein komplexes und teures BI-Projekt vor. Wenig überraschend ist, dass der Gewinner der WTO-Auschreibung MicroStrategy heisst. Welche Anbieter im Verfahren unterlegen sind, sagte Benelli nicht - wir sagen es Ihnen trotzdem: Auf der "Shortlist" im zweistufigen Verfahren waren zuletzt noch Oracle (Hyperion) und Cognos. Überraschend ist Business Objects bereits in der ersten Stufe des Verfahrens, in dem die Anforderungen an den Anbieter definiert wurden, von der "Shortlist" gefallen.
Das gesamte Projekt ist umfangreich, denn das SECO will alle bestehenden BI-Tools, mit denen die Auswertungen der aktuellen Arbeitslosenstatistiken für die RAVs (Regionalen Arbeitsvermittlungszentren) und für die rund 40 Arbeitslosenkassen gemacht werden, komplett ersetzen. Das Gesamtprojekt habe einen Umfang von ungefähr sechs Millionen Franken, so Benelli zu inside-it.ch. Die Kosten für die Software-Lizenzen alleine liegen zwischen 200'000 und 700'000 Franken. Rechtfertigungsprobleme für das BI-Vorhaben traf Benelli im Bund trotzdem nicht an, denn die vergleichenden Auswertungen der Effizienz der RAVs ("SECO LAMDA" - "Labour Market Data Analysis") haben dem Bund mehrere hundert Millionen Franken Einsparungen eingebracht, sagte Benelli nicht ohne Stolz während seiner Präsentation.
Komplexe (und teure) Ausschreibung
Die Ausschreibung des Software-Projekts erfolgte in zwei Stufen. In der ersten Stufe wurden die Anforderungen an den Anbieter definiert und acht Bewerbern vorgelegt. Daraus wurde eine "Shortlist" mit den drei oben erwähnten Anbietern erstellt. Interessant scheint uns, dass der grösste BI-Anbieter Business Objects die erste Hürde offenbar nicht schaffte. Mitgespielt haben könnte, dass Business Objects bekanntlich von SAP übernommen worden ist und sich ausgerechnet während der Ausschreibung mitten in der Integration in den deutschen Software-Riesen befand.
Im zweiten Teil des Verfahrens wurden die angebotenen Tools während einer Woche einem "Proof of Concept" unterzogen, wobei das SECO klar definierte, welche Anforderungen im Verfahren wie stark gewichtet wurden. Mitentscheidend (3000 von 10'000 möglichen Punkten) war die Akzeptanz der Werkzeuge durch Anwender und Entwickler, die in der Testwoche beigezogen worden waren.
Die Kosten für die Ausschreibung waren sowohl für das SECO wie auch für die Anbieter beträchtlich. Benelli schätzt die Kosten für das Beschaffungsverfahren nach WTO für das SECO auf mehr als 500'000 Franken, die letzten der Anbieter dürften bis zu 100'000 Franken für die Ausschreibung aufgewendet haben. (Christoph Hugenschmidt)

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