Migros Bank springt vom RTC-Boot und wählt Finnova

22. August 2007, 11:56
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Die Neuentwicklung von IBIS dauert Migros Bank zu lange. Finnova: "Grösster Schweizer Softwarehersteller für Universalbanken"

Die Neuentwicklung von IBIS dauert Migros Bank zu lange. Finnova: "Grösster Schweizer Softwarehersteller für Universalbanken"
Die Migros Bank teilte heute mit, dass sie die Verträge mit dem bisherigen Kooperationspartner RTC aufgelöst habe und nun auf die Banking-Software von Finnova setze. Wie Harald Nedwed, Präsident der Geschäftsleitung der Migros Bank, gegenüber inside-it.ch sagt, war RTC seit den siebziger Jahren Partner der Bank. Seit zehn Jahren war RTC zudem auch für den Betrieb der eigenen Universalbankenlösung IBIS (Integriertes Bankeninformationssystem) bei der Migros Bank verantwortlich. Die Migros Bank ist derzeit mit 5 Prozent an RTC beteiligt. Es darf erwartet werden, dass dies bald nicht mehr der Fall ist.
Grund für den Wechsel auf Finnova ist laut Nedwed die momentane IBIS-Plattformerneuerung. Seit Ende 2005 ist bekannt, dass die Wertschriftenlösung der Privatbank Maerki Baumann, Legando, und das Frontsystem OTMS von IBM in IBIS integriert werden sollen. "Das dauert zu lange für uns", so Nedwed. Zudem würden auch die Kosten steigen. Herbert Stadler, Bereichsleiter Services bei RTC, sagt aber gegenüber inside-it.ch, dass RTC mit der Erneuerung von IBIS "auf Kurs" sei.
100-Millionen-Projekt
Die Migration auf die Gesamtbankenlösung von Finnova soll bis im dritten Quartal 2009 abgeschlossen werden. Die Migros Bank bringt ihre bestehende Entwicklungspartnerschaft mit der indischen Bankensoftwarespezialistin Polaris ins Projekt ein. Polaris werde Zusatzfunktionalitäten für die Migros Bank in enger Zusammenarbeit mit Finnova realisieren.
Die Migros Bank erwartet dank Finnova markante Einsparungen, die nach Abschluss des Projekts pro Jahr "deutlich im zweistelligen Millionenbereich" liegen werden. Die Bank investiert gesamthaft rund 100 Millionen Franken. Dem Entscheid sei eine ausführliche Evaluation in- und ausländischer Lösungen vorausgegangen. Derzeit wird noch darüber verhandelt, wer die neue Plattform implementieren und betreiben wird. T-Systems dürfte dabei auf der Pole-Position stehen. Der Dienstleister betreibt seit zwei Jahren in Chur ein Banken-Kompetenzzentrum, wo über hundert Avaloq- und Finnova-Spezialisten arbeiten.
Der Lenzburger Softwarehersteller nennt drei Faktoren, die für den Entscheid der Migros Bank ausschlaggebend gewesen seien: Erstens die offene Softwarearchitektur mit deren Flexibilität, die eine effiziente Anbindung von Drittsystemen und grosse Parametrierbarkeit unterstütze. Zweitens die Möglichkeit, Zusatzanwendungen und innovative Funktionalitäten mit einer kurzen Time-to-Market zu entwickeln und schliesslich die Verfügbarkeit von qualifizierten Implementierungsressourcen. Finnova avanciere mit diesem Deal zum grössten Schweizer Softwarehersteller für Universalbanken. (Maurizio Minetti)

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