Migros klopft seiner IT-Abteilung auf die Schulter (Update)

1. April 2009, 13:29
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"Systeme sind immer verfügbar" und IT-Kostenateil am Umsatz ist gesunken.

"Systeme sind immer verfügbar" und IT-Kostenateil am Umsatz ist gesunken.
Wie Unternehmen ihre IT-Abteilungen bewerten, dringt selten an die Öffentlichkeit, und wenn, sind es eher die positiven Bewertungen. So auch bei der Migros, die in ihrem Geschäftsbericht seiner IT-Abteilung, den Migros IT-Services, einen ausführllchen Abschnitt widmet.
Dieser enthält neben Lob auch interessante Einblicke in die Tätigkeit der Migros-IT. So führt die Migros regelmässig Zufriedenheitsbefragungen bei den eigenen Angestellten durch, und gegenwärtig schwingt dabei die nicht immer beliebte Zunft der Helpdesk-Jockeys mit knapp 90 Prozent Zustimmung mit Abstand obenaus. Mit den IT-Installationen am Arbeitsplatz und der IP-Telefonie sind 80 Prozent der User zufrieden, drei Viertel finden die Microsoft-Office-Pakete gut und nur zwei Drittel - ERP-Hersteller habens einfach schwer - sind zufrieden mit den SAP-Applikationen.
Bei den "nachschubrelevanten Systemen" – bei der Migros sind dies die Warenwirtschaftssysteme für Food- und Non-Foodsortimente für die 590 Filialen, die Transportdispositionssysteme und die Industriesysteme – konnte die IT-Abteilung gemäss dem Bericht über das Jahr gesehen zum vierten Mal in Folge 99,95 Prozent Verfügbarkeit bieten. Der neue Migros-CIO Martin Haas scheint also ein gutes Erbe antreten zu können.
Kosten für Externe gesenkt
Gleichzeitig sei es gelungen, so der Bericht, die IT-Kosten im Verhältnis zum Budget um 12 Prozent zu reduzieren. Darüber dürften vor allem externe IT-Dienstleister nicht völlig glücklich sein: Die wesentlichste Position bei der Reduktion waren gemäss Migros die externen Beratungskosten für IT-Einführungen. Dank einer konsequenten Staffelung der laufenden grösseren Projekte habe man diese hauptsächlich durch internes Personal umsetzen können.
Langfristig gesehen konnte die Migros den prozentualen Anteil der IT-Kosten am Handelsumsatz in den letzten fünf Jahren um fast einen Drittel senken, von 1,74 Prozent 2003 auf nunmehr 1,15 Prozent. (Update: Die Prozentzahl bezieht sich, wie uns die Migros mittlerweile mitteilte, auf das "Migros-Kerngeschäft", das heisst auf Umsätze der Migros-Genossenschaften und Migros-"Kanalrelevante" Umsätze des Genossenschafsbundes von insgesamt 15,3 Milliarden Franken. )
Als Grund für die langfristige Kostensenkung führt die Migros die "konsequente Ausrichtung auf Standard-Software-Produkte" und das Prinzip "einmal statt mehrmals" an. Mit diesem Ziel wurde in den letzten Jahren die gesamte IT-Landschaft (Waren- und Materialwirtschafts-, Rechnungswesen, Personal- und viele weitere Systeme) für den genossenschaftlichen Detailhandel, die Industriebetriebe und die Handelsgruppe völlig neu gebaut und wird mittlerweile zu einem grossen Teil in einem der vier IT-Competence-Centers der Migros betrieben (In der Handelsgruppe ist der Umbau noch im Gang).
Die wichtigsten Projekte
Zur Betriebssicherheit gehöre auch die Nutzung der jeweils neusten Software-Versionen, glaubt die Migros-IT. Das letzte Jahr stand daher unter anderem im Zeichen der Umstellung auf den neusten Release 6.0 der SAP-ERP-Software.
Weitere nennenswerte Projekte sind gemäss Migros die Einführung von Office 2007, das Projekt "e.contracting" zur elektronischen Abwicklung der Verträge im internationalen Beschaffungswesen, das Portal für Hersteller-Spezifikationen der Produkte aus der Migros-Industrie oder Systemoptimierungen im Bereich "Meldebestände pro Artikel und Filiale" (automatisiertes Lesen von Wareneingängen in den Filialen). (Hans Jörg Maron)

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