Millionen-Deal: Bund kauft 64'000 PCs

8. Mai 2013, 14:50
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Die Bundesverwaltung erneuert ihre PC-Flotte: Bis zu 73 Millionen Franken gibt der Bund für neue Computer und Notebooks von HP und Dell aus. IT-Dienstleister kommen nicht zum Zug.

Die Bundesverwaltung erneuert ihre PC-Flotte: Bis zu 73 Millionen Franken gibt der Bund für neue Computer und Notebooks von HP und Dell aus. IT-Dienstleister kommen nicht zum Zug.
Es ist einer der grössten PC-Deals der Schweiz: Der Bund hat vor wenigen Wochen mit den Herstellern Hewlett-Packard und Dell einen Rahmenvertrag für die Lieferung von insgesamt 64'000 Computern mit dazugehörigen Dienstleistungen abgeschlossen. Der Deal ist in Lose aufgeteilt: Los Nummer 1 beinhaltet die Lieferung von 24'000 Computern in den Gehäuseformen Small Form Factor und Minitower. Das zweite Los beinhaltet die Lieferung von 40'000 Notebooks und Subnotebooks mit 12- oder 14-Zoll-Displays. Die PCs und Notebooks werden laufend und bis Ende 2016 geliefert.
Zwei-Produkte-Strategie fortgeführt
Das finanzielle Volumen (ohne Mehrwertsteuer) des ersten Loses bewegt sich zwischen 15,1 und 18,9 Millionen Franken, beim zweiten sind es zwischen 32,6 und 48,9 Millionen Franken. Der Bund wird bis Ende 2016 also inklusive Mehrwertsteuer bis zu 73,2 Millionen Franken für Computer dieser beiden Marken ausgeben.
Es war von Anfang an vorgesehen, aufgrund der Zwei-Produkte-Strategie des Informatikrats des Bundes (IRB) zwei Hersteller zu evaluieren. Das war in der Vergangenheit nicht immer so: Vor fünf Jahren konsequent ein.
Keine Mindestabnahmemenge
Speziell an dieser Beschaffung ist, dass es keine Mindestabnahmemenge gibt. Es wird in der Ausschreibung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "ein Zuschlag alleine nicht zur Lieferung von Personalcomputern und Notebooks berechtigt". Die Leistungserbringer des Bundes können gemäss Bedarf der Ämter zwischen den beiden Zuschlagsempfängern frei wählen, welches Produkt eingesetzt wird. Solche Rahmenverträge sind in letzter Zeit beim Bund üblich geworden, weil so flexibler vorgegangen werden kann.
Wie es in der Ausschreibung vom vergangenen August heisst, werden die Computer für die gesamte Bundesverwaltung benötigt. Der Bund beschäftigt aktuell rund 36'000 Mitarbeitende und ist damit einer der grössten Arbeitgeber hierzulande. Mit 64'000 Computern beschafft der Bund also eine grosse Menge. Darauf angesprochen heisst es bei dem für Beschaffungen zuständigen Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) verklausuliert: "Anhand von Forecasts mit den involvierten Leistungserbringern wurde die Anzahl PCs und Notebooks für diese WTO-Ausschreibung ermittelt."
Beim grössten bundeseigenen Leistungserbringer, dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT), heisst es ergänzend, dass man bei den Zuschlagsmengen von Schätzungen ausgegangen sei. Der Bund sei nicht verpflichtet, eine Mindestmenge zu beziehen, betont das BIT. Diese Zuschlagsmengen ohne Verpflichtung zur Mindestabnahme erlaubten flexible Kombinationsmöglichkeiten von Notebook und Desktop: "Hätte man die Summe der ausgeschriebenen Laptops und Desktops an die heutige Realmenge der Arbeitsplätze angeglichen, würde diese Flexibilität nicht bestehen", so das BIT gegenüber inside-it.ch.
Windows Vista, 7 oder höher
Wie das BBL erklärt, wird bei den Computern Windows Vista Enterprise, Windows 7 oder höher als Betriebssystem zum Einsatz kommen. Das schon ältere Vista ist damit auch nach der Rebellion gewisser Departemente Anfang 2010 teilweise immer noch im Einsatz beim Bund.
Weil der Bund strategisch auf Windows setzt, musste sämtliche neu zu beschaffende Hardware für den Einsatz mit Windows Vista, 7 oder höher geeignet sein. Laut BBL liess dies jedoch offen, ob die Hardware mit einem anderen Betriebssystem betrieben werden kann. Es seien jedenfalls keine Offerten mit Open-Source-Betriebssystem eingegangen.
Auf die Frage, warum die Hersteller direkt und nicht etwa IT-Dienstleister zum Zug kamen, antwortet das BBL: "Es wurde im offenen Verfahren ausgeschrieben. Somit war jeder Anbieter frei, eine Offerte zu unterbreiten." Der Zuschlag sei an jene Anbieter gegangen, die das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht hätten. (Maurizio Minetti)

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