Mini-Beamer im Handy

5. September 2006, 12:27
  • fraunhofer
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Forscher wollen Projektoren auf Zuckerwürfelgrösse miniaturisieren.

Forscher wollen Projektoren auf Zuckerwürfelgrösse miniaturisieren.
Einem Forscherteam der Fraunhofer Gesellschaft ist es gelungen, die Miniaturisierung von Projektoren ein grosses Stück voranzutreiben. In nicht allzuferner zukunft sollen Beamer nicht mehr grösser als ein Zuckerwürfel sein und dadurch in Alltagsgeräte integriert werden können.
In einigen Jahren könnten mit dieser Technik PDAs oder Handys mit Mini-Beamern ausgestattet werden. "Mit aktuellen hochauflösenden Projektoren können diese Geräte zwar nicht mithalten, VGA-Auflösung ist jedoch problemlos machbar", erklärt Andreas Bräuer, Leiter der Abteilung für Mikrooptische Systeme am Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF), im Gespräch mit 'pressetext'.
Bisher stiess die Miniaturisierung an physikalische Grenzen, denn das Kernstück des klassischen Beamers ist ein Mikrospiegelarray, das eine Million Spiegel enthält. Diese sind in einer Ebene schwenkbar und werden gleichmässig beleuchtet. Durch das Hin- oder Wegklappen erzeugen sie helle oder dunkle Punkte, die zusammen das projizierte Bild ergeben. Die Arrays verhindern nicht nur eine Miniaturisierung, sondern erschweren Beamern durch ihren hohen Preis auch den Weg in den Consumerbereich.
Die Wissenschaftler haben nun hierfür eine Lösung ausgeklügelt. "Wir verwenden einen einzigen Spiegel, der um zwei Achsen schwenkbar ist", erklärt Bräuer. In Verbindung mit schnellem Ein- und Ausschalten des Lasers kann könne somit durch die Ablenkung des Strahles das Bild erzeugt werden.
Als nächste Hürde bei der Miniaturisierung gilt die Lichtquelle. Die übliche Hochdrucklampe muss kleinen Diodenlasern weichen, wenn die Beamer geschrumpft werden sollen. Rote und blaue Diodenlaser seien dafür bereits klein genug. Der grüne Laser hingegen ist noch zu sperrig, um ihn auf kleinstem Raum zu verbauen.
Mit heutiger Technik lassen sich RGB-Beamer mit Abmessungen von zehn mal sieben mal drei Zentimetern herstellen. Das ist zwar noch deutlich grösser als die angestrebten Abmessungen, immerhin jedoch nur noch ein Viertel so gross wie handelsübliche Beamer. Weltweit arbeiten Forscher an der Verkleinerung der grünen Lichtquelle.
Zusammen mit dem blauen und dem roten Diodenlaser soll sie dann die neue Rot-Grün-Blau-Quelle ergeben. "Wenn es gelingt, einen grünen Diodenlaser von der Grösse des roten zu fertigen, dann kann auch der RGB-Beamer im Kleinstformat Realität werden", so Bräuer.
Anwendungen gäbe es viele, sind die Forscher überzeugt. Beispielsweise benötige die Automobilindustrie kleine und kostengünstige Laserarrays als Abstandssensoren, die beim Einparken die Entfernung zum nächsten Objekt messen. Solche Sensoren werden auch in der Robotik und Montagetechnik gebraucht.
Ein weiteres Einsatzgebiet für die Minilaser sind Digitalprojektoren, die sich in mobile Geräte wie Laptops, Handys oder PDAs integrieren lassen. "Bis dahin ist jedoch noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten. Ein paar Jahre wir es noch dauern", räumte Bräuer abschliessend gegenüber 'pressetext' ein. (pte)

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