Misere auf dem westeuropäischen PC-Markt

17. August 2011, 11:21
  • international
  • gartner
image

Nachfragerückgang bei Consumern und Unternehmen, überfüllte Läger.

Nachfragerückgang bei Consumern und Unternehmen, überfüllte Läger.
Die Misere, die in den letzten Monaten den Schweizer Hardware-Channel erfasst hat, zeigt sich auch im gesamten Westeuropa. Laut Zahlen des Marktforschers Gartner wurden in Westeuropa im zweiten Quartal dieses Jahres beispielsweise nur 12,7 Millionen PCs verkauft – fast ein Fünftel (18,9 Prozent) weniger als in der gleichen Periode des Vorjahrs.
In Grossbritannien sank der Absatz um 15 Prozent. Der deutsche PC-Markt schrumpfte zum zweiten Quartal in Folge im zweistelligen Prozentbereich dieses Mal um 13,3 Prozent, und in Frankreich (-17,8 Prozent) war der PC-Markt sogar schon das vierte Mal hintereinander rückläufig. "Der PC-Markt in Westeuropa leidet unter einer Nachfrageschwäche sowohl bei Unternehmen als auch im Heimkonsumentenbereich", erklärt dazu Gartner-Analystin Meike Escherich. Weiter verschärft wurde die Lage für viele Hersteller zudem durch Inventarprobleme, da man schon 2010 die Läger zu sehr aufgefüllt hatte, so Escherich weiter. Im Unternehmensbereich sank die Nachfrage um 9, im Consumersegment sogar um 27 Prozent.
Die Menge der verkauften Desktop-PCs ging um 15,4 Prozent zurück, diie Zahl der mobilen PCs sogar um 20,4 Prozent, letzteres vor allem weil die Nachfrage nach Mini-Notebooks um mehr als die Hälfte – 53 Prozent! - sank. Die Schwäche der Mini-Notebooks beziehungsweise Netbooks traf vor allem die taiwanischen Hersteller Acer und Asus hart, die vom früheren Boom dieser Geräte auch besonders stark profitiert hatten. Asus konnte 22,9 Prozent weniger PCs absetzen, als im zweiten Quartal des Vorjahrs, Acer sogar 44,6 Prozent weniger. Acer verlor dadurch auch die vorher innegehaltene Spitzenposition in der Rangliste nach Marktanteilen und liegt mit 16,2 Prozent nun wieder ganz klar hinter HP (25,1 Prozent).
Allerdings konnten sich auch alle anderen grossen Hersteller der allgemeinen Nachfrageschwäche nicht ganz entziehen. HP setzte 6,1 Prozent weniger PCs ab, Dell 12,7 Prozent. Nur Apple konnte seinen Absatz ganz leicht, um 0,5 Prozent, steigern. Für die restlichen Hersteller ausserhalb der Top-5 zusammen sank die Zahl der verkauften PCs um 12,4 Prozent. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Intel-Zahlen rasseln in den Keller

Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steht sogar eine rote Zahl.

publiziert am 27.1.2023
image

Sunrise will nicht freiwillig auf Huawei verzichten

Ohne politischen Druck werde man nicht auf die Mobilfunktechnologie des chinesischen Anbieters verzichten, sagte der CEO der Muttergesellschaft.

publiziert am 26.1.2023
image

Auch bei IBM stehen weltweit Entlassungen an

Der Konzern will rund 4000 Jobs streichen. Betroffen sind diejenigen Bereiche, die nicht in Kyndryl und Watson Health ausgelagert wurden.

publiziert am 26.1.2023