Mit der "Schulterwaffe" Drohnen stören

29. November 2016, 15:16
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Das Unternehmen Droneshield widmet sich – wie der Name erahnen lässt – ganz der Abwehr von Drohnen.

Das Unternehmen Droneshield widmet sich – wie der Name erahnen lässt – ganz der Abwehr von Drohnen. Im Jahr 2020 werde es zwölf Millionen dieser Flugkörper geben, was eine wachsende Zahl an Unfällen nach sich ziehe. Die Lösungen von Droneshield richten sich insbesondere an Betreiber von Anlagen, denen die Fluggeräte nicht zu nahe kommen sollten, schreibt das Unternehmen. Darunter etwa Flughäfen, kritische Infrastrukturen oder Gefängnisse. Eines der Produkte der australischen Firma ist ein Überwachungs- und Alarmsystem, das via E-Mail oder SMS Alarm schlägt, wenn sich eine Drohne nähert.
Neu hat Droneshield ein DroneGun genanntes Gerät im Angebot. Die DroneGun biete eine sichere Gegenmassnahme gegen eine Vielfalt von gängigen Modellen, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Das Gerät, das aussieht wie eine Kreuzung zwischen Gewehr und Laubbläser, erlaube die Abwehr von funkgesteuerten Drohnen aus einer Entfernung von bis zu zwei Kilometern. Möglich sei dies über einen Hochleistungs-Störsender. Das Gerät stört das 2,4- und das 5-GHz-Band sowie die Navigationssysteme GPS und Glonass.
In der Regel reagieren Drohnen, respektive deren Piloten, mit einer Landung oder einem Rückzug auf eine Störung, schreibt Droneshield. So sei es unter Umständen auch möglich, den Besitzer der Drohne zu finden. Dass die Drohne aufgrund der Störung abstürzt, kann nicht ausgeschlossen werden.
Die DroneGun kann von einer Person bedient werden, ein spezielles Training dafür sei nicht nötig, so die Informationen von Droneshield weiter. Ganz leicht ist das Gerät mit einem Gewicht von knapp sechs Kilo jedoch nicht. Benötigt wird zudem ein rund ein Kilo schwerer Akku, der in einem Rucksack getragen wird. Dieser reicht für rund zwei Stunden Laufzeit, das Aufladen dauert 90 Minuten. Wie viel die DroneGun kostet, ist nicht bekannt.
Für die Abwehr von Drohnen gibt es eine Reihe von Anbieter und das Thema beschäftigt auch in der Schweiz. Ein Bericht des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) von Anfang Jahr sollte die Gefahr, die von den Fluggeräten ausgeht, ermitteln. Die Bedrohung sei zwar nur "mässig", dennoch seien Flugverbotszonen oder Drohnen-Abwehrsysteme denkbar, gerade im Fall von kritischen Infrastrukturen. Die Signalstörung von Drohnen sei zwar technisch möglich. Diese Technologien sind dem BAZL-Bericht zufolge aber noch nicht ausgereift und in der Schweiz verboten. (kjo)

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