Mobiles Breitband bald mit einem Gigabit pro Sekunde

4. Dezember 2008, 15:01
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    Nokia Siemens Networks (NSN) hat die Demonstration einer neuartigen Mobilfunk-Technologie, die auch in schwächer abgedeckten Teilen des Mobilfunknetzes hohe Datenraten sicherstellen soll, erfolgreich abgeschlossen.

    Nokia Siemens Networks (NSN) hat die Demonstration einer neuartigen Mobilfunk-Technologie, die auch in schwächer abgedeckten Teilen des Mobilfunknetzes hohe Datenraten sicherstellen soll, erfolgreich abgeschlossen. Zum Einsatz kommen soll die Technik bei "LTE-Advanced", der nächsten Ausbaustufe von Mobilfunknetzen nach der UMTS-Weiterentwicklung LTE (Long Term Evolution). Damit steht auch ultraschnelles mobiles Breitband in Aussicht. "LTE-Advanced zielt auf Endanwender-Datenraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ab", meint NSN-Networks-Sprecher Bareld Meijering gegenüber 'pressetext'.
    Mehr als dreimal so schnell wie normales LTE mit etwa 300 Megabit pro Sekunde soll LTE-Advanced werden, doch das ist nicht der einzige Vorteil. Die neue Technologie ist dazu gedacht, die Qualität und Konsistenz von Verbindungen in Problembereichen der Netzabdeckung zu verbessern. Dazu zählen beispielsweise Randbereiche der Netzabdeckung, wo Datenraten bislang deutlich abnehmen. "Verbesserte Datenraten in Randbereichen und für User in Innenräumen zu demonstrieren, ist ein wichtiger Meilenstein für Abdeckungs-Szenarien", betont Stephan Scholz, CTO bei NSN. Geeignete Relay-Stationen versprechen, dies deutlich günstiger zu verwirklichen, als es durch den Bau zusätzlicher Mobilfunkbasisstationen möglich wäre.
    Die Relay-Stationen für LTE-Advanced erfordern keine externe Backhaul-Verbindung, sondern nutzen die Ressourcen der Basisstation, um mit dieser zu verbinden. Für Endgeräte wirken die Relay-Stationen dann praktisch wie eine Basisstation und können so eine bessere und schnellere Verbindung bereitstellen, als ein Anwender bei direktem Verbinden zu einem weit entfernten Sender bekommen würde. Dadurch verspricht LTE-Advanced hohe Datenraten im gesamten Netzabdeckungsbereich - das volle Gigabit pro Sekunde Datenrate dürfte aber immer noch optimale Bedingungen erfordern. Ein weiterer Beitrag zur Servicequalität wird sich daraus ergeben, dass bis zu drei Basisstationen gleichzeitig ein Endgerät bedienen können, so Meijering.
    LTE-Advanced ist als Ausbaustufe für LTE-Netzwerke gedacht. NSN vertreibt nach eigenen Angaben seit September dieses Jahres LTE-kompatible Hardware für Mobilfunkbasisstationen. Während also die ersten LTE-Netze absehbar werden, wird es bis zur praktischen Umsetzung des Gigabit-Mobilfunks bis ins nächste Jahrzehnt dauern. Die Spezifikation für LTE-Advanced dürfte vom 3rd Generation Partnership Project (3GPP) etwa im ersten Quartal 2011 finalisiert werden, so Meijering weiter. Es sei also noch zu früh für Umsetzungs-Zeitpläne. (pte/bt)

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