Mobiliar entscheidet sich gegen SAP und für Eigenentwicklung

5. April 2011, 15:34
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Schrittweise Einführung der neuen Schadenplattform ab 2014.

Schrittweise Einführung der neuen Schadenplattform ab 2014.
Erst vor wenigen Tagen gab es bei der Mobiliar einen Wechsel an der Spitze der Informatik-Abteilung. Schon seit geraumer Zeit hatte die Versicherung die Einführung einer neuen Kernsoftware evaluiert. Der neue IT-Chef Rolf Trüeb und die anderen Geschäftsleitungsmitglieder haben nun entschieden, bei der "Neuen Schadenplattform Nicht-Leben und Leben" (NSP) auf eine Eigenentwicklung zu setzen.
Zur Debatte stand auch der Einkauf einer Standardlösung des deutschen Software-Riesen SAP. Doch offenbar genügte diese den Ansprüchen der Mobiliar nicht. "Die Mobiliar kam nach vertieften Studien zum Schluss, dass die zurzeit auf dem Markt verfügbaren Standardlösungen noch nicht den gewünschten Reifegrad aufweisen", heisst es dazu in einer internen Mitteilung, die inside-it.ch vorliegt.
Mit dem Projekt will die Allbranchenversicherung die aktuellen Schaden- und Leistungssysteme, deren Lebensdauer sich dem Ende zuneigt, ersetzen. Die neue Kern-Plattform soll dereinst sämtliche Versicherungs-Bereiche der Mobiliar abdecken. Die Einführung über alle Branchen hinweg (Nicht-Leben und Leben) soll ab Frühling 2014 im Jahresrhythmus erfolgen und bis 2017 abgeschlossen sein.
Der Entscheid ändere nichts an der IT-Strategie der Mobiliar, im Einzelfall nach wie auf Standardlösungen zu setzen, so die Versicherung. Ein Anbieter von Standardsoftware für Versicherungen ist etwa auch der St. Galler Softwarehersteller Adcubum ("Syrius"). Zum Zeitpunkt der ersten Evaluation, die 2009 stattgefunden haben dürfte, war Syrius von Adcubum im Bereich Sachversicherung tatsächlich nicht reif. Mittlerweile scheinen die St. Galler jedoch auch hier aufgeholt zu haben. (Maurizio Minetti)

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