MongoDB nun der "kleine Gorilla" im Datenbankmarkt

10. Oktober 2013, 15:09
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MongoDB, der Anbieter der gleichnahmigen NoSQL-Open-Source Datenbank, hat gerade in einer neuen Finanzierungsrunde 150 Millionen Dollar an Kapital erhalten.

MongoDB, der Anbieter der gleichnahmigen NoSQL-Open-Source Datenbank, hat gerade in einer neuen Finanzierungsrunde 150 Millionen Dollar an Kapital erhalten. Die Investoren bescheinigen damit dem Open-Source-Startup einen Gesamtwert von rund 1,2 Milliarden Dollar. Zu den Investoren gehören neben einigen Finanzunternehmen auch Intel, Red Hat, Salesforce.com und Sequoia. MongoDB wurde vor erst sechs Jahren, damals noch unter dem Namen 10Gen, gegründet.
Das neue Geld, das MongoDB erhält, ist in mehrerer Hinsicht bedeutsam. Einerseits kann der Datenbankhersteller seine Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterführen und verstärken. Ausserdem verspricht der Unternehmenswert den Kunden Stabilität. MongoDB ist kaum mehr in Gefahr, in wenigen Jahren zu verschwinden - ein wichtiger Faktor für Grossunternehmen, die sich überlegen, ob sie den Einsatz der noch relativ unbekannten Datenbank wagen wollen. Auch die Chance, dass ein grosser Konkurrent im Datenbankgeschäft das Unternehmen schluckt, nur um das an seinen Margen knabbernde Produkt danach möglichst schnell abzwürgen, scheint angesichts des Preises kaum noch vorhanden - ein Käufer müsste wohl ein Vielfaches der genannten 1,2 Milliarden Dollar ausgeben, um MongoDB zu erwerben.
Seinen Erfolg, so analysiert der Datenbank-Spezialist Andrew Oliver auf 'InfoWorld.com', habe MongoDB vor allem seinem grössten Konkurrenten zu verdanken: Oracle. Larry Ellisons Unternehmens sei zwar, mit einem Marktanteil von wohl gegen 50 Prozent bei relationalen Datenbanken, der absolut "grösste, fetteste Gorilla" auf dem Datenbankmarkt, aber auch vergleichsweise unbeweglich. MongoDB könne in dieser Marktsituation als kleiner, agiler Startup seine ganze Strategie auf diesen einen Gegner ausrichten, und müsse sich nicht mit einer Vielzahl von Konkurrenten herumschlagen. Die Dokumenten-Datenbank MongoDB, so Oliver, sei zudem zwar nicht für alle Einsatzzwecke geeignet. Aber dort, wo man sie einsetzen könne, koste sie nur den Bruchteil einer Oracle-Datenbank. Zudem könne sie auch technisch einfacher skaliert werden, wenn ein Kunde sehr viele Daten speichern oder sehr viele User bedienen muss. (hjm)

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