Münchner Linux-Migration beginnt ein Jahr später

6. September 2005, 17:14
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Längere Pilotphase notwendig als gedacht.

Längere Pilotphase notwendig als gedacht.
Schon vor zwei Monaten hatte der 'Focus' von Verzögerungen bei der geplanten Umstellung der 14'000 PC-Arbeitsplätze der Münchner Stadtverwaltung auf Linux/Open Office geschrieben. Wie 'Cnet News.com' sowie einige deutsche Medien nun berichten, hat Peter Hofmann, der Leiter des Linux-Projektes der Stadt München, gestern offiziell bestätigt, dass die Umstellung wesentlich später beginnen wird, als gedacht. Erst ab Mitte des nächsten Jahres soll die erste Abteilung, die von Oberbürgermeister Christian Ude, schrittweise migriert werden.
Die Linux-Migration der Stadt München ist eines der Vorzeigeprojekte der Open Source-Befürworter. Sie war 2003 in die Wege geleitet und im Juni 2004 offiziell beschlossen worden. Damals war allerdings noch von einem Beginn der Migration ab Mitte 2005 und einem Abschluss der Hauptarbeiten bis Ende 2006 die Rede – Offensichtlich viel zu optimistisch.
Peter Hofmann sieht allerdings in der Überschreitung des Zeitplans nichts Open Source-spezifisches, wenigstens soweit man dies den genannten Medienberichten entnehmen kann. "Unverhofft kommt oft, und das gilt besonders für große IT-Projekte. Wir sind mit der Planung jetzt näher am wirklichen Leben", zitiert ihn zum Beispiel 'Silicon.de'.
Gemäss 'Cnet News.com' ist der Hauptgrund für den Aufschub eine verlängerte Pilotphase. "Im Zuge der Planung wurde klar, dass ein Pilot wichtiger ist als ursprünglich gedacht und auch länger dauern sollte", erklärte dazu Hofmann.
Anscheinend sollen nun in allen Abteilungen einzelne Pilot-PCs mit Linux/Open Office getestet werden. Wenn der Pilot abgeschlossen ist sollen die Abteilungen entweder direkt auf Linux/ Open Office umstellen oder zuerst noch eine Zwischenphase mit Open Office auf Windows einschieben. Wie Hofmann zu 'News.com' sagte, hänge dies von den Voraussetzungen in den Abteilungen ab. Wenn eine Abteilung nur wenige einfache Makros und Vorlagen, aber viele komplexe Applikationen habe, sei es einfacher, vorerst bei Windows zu bleiben. (hjm)

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