Münchner Schulen rollen Windows XP (!) aus

23. Februar 2011, 14:14
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Während die Verwaltung der Stadt München an dem 2003 gefassten Beschluss festhält und weiter auf Linux umrüstet, führen die Münchner Schulen derzeit das vor zehn Jahren lancierte Windows XP ein.

Während die Verwaltung der Stadt München an dem 2003 gefassten Beschluss festhält und weiter auf Linux umrüstet, führen die Münchner Schulen derzeit das vor zehn Jahren lancierte Windows XP ein. Die rund 28'000 Rechnern der Ausbildungsstätten waren schon 2003 ausdrücklich nicht Teil des Linux-Migrations-Projekts (LiMux) der Verwaltung. Die Begründung dieser Ausnahme, mit der sich das Münchner Bildungsreferat heute auf dem News-Ticker 'heise' zitieren lässt, macht allerdings stutzig: Im Schulnetz seien von den dort verfügbaren rund 700 Branchenprodukten nur wenige unter Linux lauffähig. Zudem würden die späteren Arbeitgeber und Kunden der Auszubildenden darauf drängen, dass ihre Prozesse im Unterricht abgebildet seien. Open-Source-Software werde an den Schulen der bayerischen Landeshauptstadt nur dort eingesetzt, "wo es sinnvoll ist", liess das Bildungsreferat weiter verlauten.
Heisst das, so fragt man sich, dass das Münchner Bildungsreferat eine allgemeine Praxistauglichkeit gefördert wissen will, die in der Verwaltung der Stadt aber keine Rolle spielt, weil man dort weiterhin am LiMux-Projekt fest hält? Denn trotz Zeitverzögerungen aufgrund von Mängeln bei der Interoperabilität ist Linux in der Verwaltung inzwischen auf stadtweit 5'000 PC-Arbeitsplätzen eingeführt worden. Damit sind nun zehn der insgesamt 22 Bereiche vollständig auf Open-Source-Software migriert, schreibt 'heise', und die verbleibenden rund 7000 Rechner würden bis 2013 auf den LiMux-Client umgerüstet sein.
An den Berufsschulen ist stattdessen die Umrüstung auf Windows XP im vollen Gange und nun werden standortweise auch viele Grundschulen aufgerüstet. Zum Schuljahresende im Sommer soll die Migration auf XP mit den zugehörigen Office-Anwendungen abgeschlossen sein. Wo es die Anwendungen erfordern, sollen einzelne Rechner auch auf Windows 7 umgestellt werden. Der flächendeckende Einsatz der aktuellen Windows-Generation im gesamten pädagogischen Netz soll Mitte 2012 abgeschlossen sein.
Die Kosten für die Lizenzen dieser Migration sollen übrigens angesichts der Rabatte von Microsoft für Softwarepakete im Schulbereich kaum eine Rolle spielen. Teuer sei lediglich die Verteilung der Applikationen, was aber auch bei einer Migration auf freie Software nicht billiger gewesen wäre. (vri)

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