Musikanbieter verklagen Schweizer Raubkopierer

18. Januar 2006, 17:12
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    IFPI wollte zuerst 3000 bis 9000 Franken freiwilligen Schadensersatz – die Rechtslage zwingt den Verband der schweizerischen Musikwirtschaft, einen anderen Weg zu gehen.

    IFPI wollte zuerst 3000 bis 9000 Franken freiwilligen Schadensersatz – die Rechtslage zwingt den Verband der schweizerischen Musikwirtschaft, einen anderen Weg zu gehen.
    Der Verband der schweizerischen Musikwirtschaft (IFPI) will nach eigenen Angaben bald die ersten Strafanzeigen gegen private "Raubkopierer" in der Schweiz bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich einreichen.
    A propos "Raubkopierer": Eigentlich sollte es wohl eher "illegale Uploader" heissen. Der reine Download von Copyright-geschütztem Material ist, auch wenn das die Musikwirtschaft nicht gerne hört, in der Schweiz weiterhin legal. Allerdings kann man bei vielen heute gebräuchlichen Peer-to-peer-Systemen Files nicht herunterladen, ohne diese gleichzeitig zum Upload freizugeben.
    Gemäss IFPI wollte man eigentlich zuerst aussergerichtliche Lösungen suchen. Den Betroffenen sollte in einem Brief vorgeschlagen werden, freiwillig einen Kosten- und Schadenersatz zwischen 3'000 und 9'000 Schweizer Franken zu zahlen. Zusätzlich hätten sie versprechen sollen, die "illegalen Musikdateien" zu löschen und die weitere gesetzwidrige Nutzung von Musik im Internet zu unterlassen.
    Das Problem ist aber, dass IFPI die "Raubkopierer" gar nicht kennt – nur ihre IP-Adressen. IFPI hatte gehofft, die Provider würden die Drohbriefe anhand der IP-Adressen an ihre Kunden weiterleiten. Die ISPs weigerten sich aber gemäss IFPI aus rechtlichen Gründen, dies zu tun. Bei einem Strafrechtsfall, so IFPI, seien die Provider aber dazu verpflichtet den Behörden die Identität eines verdächtigten Nutzers bekannt zu geben – daher der Weg über die Strafanzeigen. (hjm)

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