Muss der Channel vor Microsoft Angst haben?

27. Juni 2005, 13:55
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Steve Ballmer über "OneCare", Virenschutz als Service und Microsoft Consulting Services.

Steve Ballmer über "OneCare", Virenschutz als Service und Microsoft Consulting Services.
Microsoft-Chef Steve Ballmer hat letzte Woche dem US Channelmagazin "Computer Reseller News" (CRN) ein ausführliches Interview gewährt. Wir picken hier ein paar der wichtigsten Aussagen für Sie heraus.
Aus dem Interview wird klar, dass Microsoft im Soho-Bereich mit dem angekündigten Service-Paket "OneCare" ins Geschäft mit abonnierten Services einsteigen wird. Ballmer sagt, "OneCare" eigne sich für Heimamwender und "Tiny Offices". Darunter versteht er Firmen, die keine eigenen Server unterhalten. Aus den Aussagen von Ballmer geht ziemlich klar hervor, dass Reseller "OneCare" zwar verkaufen werden können, dass sie das Dienstleistungsgeschäft daraus aber vergessen würden. Ballmer O-Ton: "Whether there's a heavy channel play in a service perspective, I don't know. Probably not."
Mit "OneCare" für Heimanwender und Kleinstfirmen dürfte Microsoft weniger lokalen VARs an den Karren fahren, als Symantec & Co. und bis zu einem gewissen Grad auch den Internet-Service-Anbietern, die zusammen mit E-Mail ja auch Virenschutz und ähnliches verkaufen.
Microsoft bringt Server-Paket für mittelgrosse Firmen und Anti-Viren-Paket - als Service?
Für VARs, aber auch für interne IT-Abteilungen wird es erst gefährlich, wenn Microsoft beginnt, auch die Serverlandschaften von mittelgrossen Firmen (gegen eine Abo-Gebühr?) aus der Ferne zu warten. Ballmer sagt dazu nicht viel, ausser dass Microsoft an einem "Midsize Server Paket" arbeitet. O-Ton: "This is an innovation opportunity in the product line, and maybe in the service."
Zum Thema Anti-Viren-Schutz bleibt Ballmer zugeknöpft. Sicher werde Microsoft ein Security-Produkt entwickeln, doch sei weder klar, wann es auf den Markt komme, noch ob es als Service angeboten werde.
"Habt keine Angst vor Microsoft Consulting Service!"
Ballmer beschwichtigt allfällige Ängste des (US) Channels vor der hauseigenen Beraterfirma MCS (Microsoft Consulting Service). Diese sei mit 4000 Leuten kein Vergleich zu den 775'000 MS-Partnern und schon gar nicht zu den 5'000 Gold Partnern, findet Ballmer. "Partners shouldn't worry", so Ballmer kurz und bündig.
Ambitionen statt Akquisitionen
Seit Jahren verfolgt Microsoft die Strategie, die eigene Software-Palette ausgehend von Windows und Office in "benachbarte" Gefilde auszudehnen. Man stieg mit Great Plains und Navision ins Geschäft mit Business-Software ein, dringt mit den Server-Paketen in die zentralen Rechner von Grossfirmen ein und will sich mit der "XBox" im Spielzimmer etablieren. An dieser Linie wird Redmond festhalten. Auf die Frage, welche Firmen Microsoft übernehmen könnte, gibt Ballmer keine Antwort. Hingegen betont er die riesigen Gelegenheiten ("huge opportunities"), die Microsoft bei Business Intelligence, bei Tools für die Kommunikation, Software für Dokumentenverwaltung, Sicherheit etc. habe. Das Thema sei heute nicht, Business-Chancen ausfindig zu machen, sondern diese zu realisieren. Ballmer: " The real issue for us is making sure we're getting the pedal well down to the metal." Zu Deutsch: Es geht für Microsoft darum, in den bestehenden Geschäftsfeldern 'auf's Gas zu drücken'. (Christoph Hugenschmidt)

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