Nach Abstürzen: Boeing 737 erhält neue IT-Architektur

6. August 2019, 13:38
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Nach zwei Flugzeugabstürzen mit über 300 Toten haben Regulierungsbehörden beschlossen, dass Boeing seine Flugzeuge des Typs 737 Max 8 auf dem Boden behalten muss.

Nach zwei Flugzeugabstürzen mit über 300 Toten haben Regulierungsbehörden beschlossen, dass Boeing seine Flugzeuge des Typs 737 Max 8 auf dem Boden behalten muss. Knapp einen Monat nach dem zweiten Absturz wurde bekannt, dass ein Softwarefehler der Grund sein könnte. Ein System namens MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) soll durch falsche Sensor-Daten fälschlicherweise aktiviert worden sein. Es drückte offenbar die Nase des Flugzeugs nach unten. Neben diesem Problem wurde damals ein weiterer Fehler in der Bordsoftware gefunden.
Boeing versprach die notwendigen Updates in Kürze sowie Schulungen, die zusammen Unfälle in Zukunft vermeiden sollten. Bereits im Juni entdeckte man dann aber ein Problem mit einem Mikroprozessor, das ebenfalls das MCAS fälschlich zum Sinkflug veranlassen könnte. Dies berichtete das auf die Luftfahrt spezialisierte Medium 'Aero Telegraph'. Die US-Luftfahrtbehörde bestimmte, dass das Grounding nicht aufgehoben werden könne, bis das Problem behoben sei.
Der Flugzeugbauer entschied sich nun fundamentale Änderungen in der Architektur der Bord-IT vorzunehmen. So soll das Flugsteuerungssystem künftig auf den Eingaben von zwei Bordcomputern basieren, statt nur vom Input eines der beiden Geräte. Zudem sollen mehr Sensoren zum Einsatz kommen. Dadurch soll auch MCAS auf mehr Daten basieren.
Neben den Anpassungen der Informatik scheinen auch die angelobten Schulungen notwendig. So berichtet 'Aero Telegraph' auch davon, dass die Piloten nicht ausführlich über das MCAS und dessen potenzielle Fehlfunktionen informiert worden seien. Auch dies habe dazu beigetragen, dass sie bei den beiden fatalen Abstürzen nicht rechtzeitig reagieren konnten.
Boeing gibt sich auch nach den neusten Erkenntnissen optimistisch und will die Max-Flugzeuge bereits im Oktober wieder in der Luft haben. Verschiedene Airlines sehen das offenbar anders: Sie planen ihren Flugbetrieb bis zum Ende des Jahres ohne die Maschinen, wie 'Aero Telegraph' schreibt. (ts)

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