Nach Boomjahr schaltet der PC-Weltmarkt einen Gang zurück

17. Februar 2011, 14:19
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Nachdem die Verkäufe von Desktop-PCs wegen des grossen Runs auf mobile Rechner in den Vorjahren immer mehr zurückgegangen waren, ist der Weltmarkt wieder kräftig angesprungen.

Nachdem die Verkäufe von Desktop-PCs wegen des grossen Runs auf mobile Rechner in den Vorjahren immer mehr zurückgegangen waren, ist der Weltmarkt wieder kräftig angesprungen. Laut Joanne Chien, Senioranalystin bei Digitimes Research, sind die weltweiten Verkäufe von Desktop-PCs 2010 um satte 16 Prozent auf 148 Millionen Stück in die Höhe geschnellt. 65 Prozent der Verkäufe verdanke der Weltmarkt Erst- und Ersatzbeschaffungen von Unternehmen. Der Enterprise-Markt soll 2011 auch weiterhin Zugmaschine für Desktop-PCs bleiben, mit erwarteten 152 Millionen Arbeitsplatzrechnern wird das Wachstum 2011 aber deutlich abgebremst, so Chien in ihrem Bericht.
All-in-One-PCs (AIO-PCs) haben sich zu einem der grössten Wachstumsmotoren entwickelt und sollen 2011 mit einem Gesamtmarktanteil von 20 Prozent auch weiter kräftig wachsen. Taiwans Motherboard-Hersteller haben laut Chien zwar weiterhin eine wichtige Rolle im globalen Desktop-Markt gespielt, 2010 aber an Einfluss verloren. Taiwans Top 4 im Desktop-Business, der Reihe nach Gigabyte Technology, Micro-Star International (MSI), Elitegroup Computer System (ECS) und die Asus- beziehungsweise Asustek-Tochter Pegatron, haben 2010 zusammen 9,9 Prozent ihres Produktionsvolumens eingebüsst. Chien geht davon aus, dass sie ihre Lieferungen 2011 in etwa halten werden. Als Grund für die vergleichsweise schlechte Performance der Motherboard-Hersteller sieht sie den Trend zu Komplettsystemen bei Marken-Desktops, wodurch der DIY-Markt (Do-It-Yourself) in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zum Teil haben die Motherboard-Hersteller aber auch Marktanteile an vergleichsweise neue Player wie ASRock und chinesische Hersteller verloren, stellt Chien fest. 2011 werden Taiwans vier führende Hersteller jedoch ähnlich viele Motherboards verkaufen wie 2010. Der Verkauf der Marken-Boards soll dabei um 2,1 Prozent auf 52,18 Millionen steigen, der der OEM-Boards um 0,3 Prozent.
PC-Produktionskapitale Chengdu
Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Meldung aus Chengdu, Hauptstadt der Tibet vorgelagerten chinesischen Provinz Sichuan (Berthold Brechts "Sezuan"). Wie die Website von CBN Daily deren Bürgermeister Ge Hong-lin zitiert, habe sich die Metropole im Westen Chinas zum grössten PC-Produktionsstandort der Welt entwickelt. Insgesamt könnten Chengdu und Umgebung jährlich rund 100 Millionen PC-Systeme hervorbringen, davon 72 Millionen Tablet-PCs sowie 28 Millionen Notebooks und Desktop-PCs. Dell, Lenovo, Apple-Partner Foxconn (iPod, iPhone, iPad etc.) und der zweitgrösste Notebook-Bauer Compal Electronics haben in Chengdu bereits operative Standorte und Produktionsbasen errichtet. Foxconn hat, wie viele andere Hersteller aus Taiwan auch, in der 30-Millionen-Stadt Chongqing am Yangtse, ebenfalls Provinz Sichuan, investiert, weil dort noch wesentlich günstigere Löhne und Gehälter locken, als am Pazifik. Foxconn rechnet 2011 mit der Produktion von 20 Millionen Tablet-PCs, was ungefähr der Hälfte der von Apple anvisierten iPads entspricht. 2013 sollen es 100 Millionen Stück sein, ein Grossteil, wenn nicht die meisten davon, in Chengdu oder Chongqing produziert. Acer-Ableger Wistron hat am 11. Februar 2011 in Chengdu ein mehr als 500 Millionen US-Dollar teures Werk eingeweiht. Nach Fertigstellung im dritten Quartal soll die Fabrik 2012 über 10 Millionen Notebooks, Smartphones und andere Terminals hervorbringen. Bis 2016 soll die Jahresproduktion auf 40 Millionen Stück erhöht werden. (Klaus Hauptfleisch)

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