Nach Cablecom-Deal: Wallisellen beschliesst Marschhalt

27. März 2013, 09:40
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Der Walliseller Energieversorger wollte seinen Einwohnern ab Herbst einen Cablecom-Anschluss ermöglichen, doch der vorherige Provider Glattnet und viele Einwohner wehrten sich. Nun wird ein Parallelbetrieb geprüft.

Der Walliseller Energieversorger wollte seinen Einwohnern ab Herbst einen Cablecom-Anschluss ermöglichen, doch der vorherige Provider Glattnet und viele Einwohner wehrten sich. Nun wird ein Parallelbetrieb geprüft.
Das ging schnell: Erst Anfang Februar hatte UPC Cablecom angekündigt. Auch Einwohner von Wallisellen wehrten sich mit einer Petition.
Die Werke Wallisellen haben nun den Entscheid, auf Cablecom zu setzen, "einstweilen ausgesetzt", wie es in einer Mitteilung heisst. Man habe einen "Marschhalt beim Wechsel zu UPC Cablecom" beschlossen. Grund dafür sei die "aussergewöhnliche Emotionalität der Debatte" in dieser Sache. Nun soll genauer überprüft werden, ob das Netz für einen Parallelbetrieb ausgebaut werden könnte. Cablecom habe diesen Entscheid akzeptiert: "Wir sind bereit, den Dialog mit allen Beteiligten fortzusetzen und hoffen, dass dabei eine tragfähige Lösung gefunden werden kann“, sagt Christoph Millet, Director Partner Networks von Cablecom, in einer Stellungnahme. Glattnet wird nun bis auf Weiteres die Signallieferung zu den bisherigen Konditionen sicherstellen.
Einwohner wollen selber wählen
Viele Wortmeldungen in den Medien und Kundenschreiben an die Werke hätten den Wunsch formuliert, den Signalanbieter auswählen zu können, heisst es in der Mitteilung des Energieversorgers. Das aktuelle Hybrid-Netz erlaube es aber nur beschränkt, mehrere Lieferanten-Signale einspeisen zu lassen und gleichzeitig mit grossen Datenmengen in hoher Geschwindigkeit das Internet verfügbar zu machen. Der Verwaltungsrat will nun aber überprüfen, was die Herstellung eines parallelen Zugangs zum Netz kosten und wie viel Zeit eine solche Umrüstung in Anspruch nehmen würde.
Das Hin und Her der Werke bleibt nicht ohne personelle Folgen. Werke-Verwaltungsrat und FDP-Gemeinderat Roland Mörgeli ist per sofort aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Grund dafür seien "unüberbrückbare Meinungsdifferenzen mit dem Verwaltungsrat", wie bei dem Thema Signallieferant vorzugehen sei. (mim)

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