Nach der Postcom-Beschwerde: Der Klara-Chef bezieht Stellung

16. November 2021, 16:32
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Renato Stalder kontert in einem Interview mit der 'Luzerner Zeitung' die harschen Vorwürfe von Abacus-Chef Claudio Hintermann.

Kürzlich hat Abacus gegen die Post eine Beschwerde bei der Eidgenössischen Postkommission Postcom eingereicht, eine Anzeige bei der Wettbewerbskommission soll folgen. Dabei geht es um den Konkurrenten Klara, der im Oktober 2020 von der Post gekauft worden war. Abacus-Chef Claudio Hintermann hatte mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg gehalten: Der Zukauf zeige "einmal mehr" wie die hiesige Software-Industrie unfair bekämpft werde, sagte er zu inside-channels.ch.
Ganz anderer Ansicht ist Klara-CEO Renato Stalder. Er erklärte in einem Interview mit der 'Luzerner Zeitung' (Paywall): "Es stimmt, dass Klara den Markt aufmischt, aber nicht mit unfairen Mitteln. Wir bieten ein durchaus marktübliches Freemium-Modell an, bei dem ein Basisprodukt kostenlos angeboten wird, während Erweiterungen kostenpflichtig sind."
Stalder nannte auch einige konkrete Zahlen zu seinem Geschäft: Rund 3 Millionen Franken Umsatz hat Klara 2020 demnach gemacht, gemäss Businessplan sollen es bis 2024 rund 30 Millionen sein. Von den rund 30'000 Firmenkunden würden 9000 bereits eine Bezahlversion nutzen.
Klara hofft, 2024 den Break-Even-Point zu erreichen. Bis dann sollen noch rund 20 Millionen Franken investiert werden. Neben der KMU-Plattform will Klara ein zweites Angebot für Privatpersonen namens ePost aufbauen, über das User mit Unternehmen und Behörden interagieren können.
Auch den Vorwurf von Hintermann, dass Klara vorrangig von "Söldnern" in Vietnam entwickeln liesse, griff die 'Luzerner Zeitung' auf. Stalder sagte dazu: Man beschäftige neben den 70 Software-Spezialisten in Ho-Chi-Minh-Stadt auch 25 in der Schweiz. Hierzulande sei die Wertschöpfung zudem viel grösser, da Programmierung nur einen Teil der Firma ausmache. Im Zuge des Wachstums werde vor allem der Kundensupport in der Schweiz ausgebaut. 

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