Nach Hack: Meier Tobler geht sukzessive wieder online (Update)

29. Juli 2019, 14:21
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Die letzte Woche von Hackern lahmgelegte IT-Infrastruktur des Gebäudetechnikspezialisten Meier Tobler wird morgen zumindest teilweise wieder funktionstüchtig sein.

Die letzte Woche von Hackern lahmgelegte IT-Infrastruktur des Gebäudetechnikspezialisten Meier Tobler wird morgen zumindest teilweise wieder funktionstüchtig sein. Welche Art von Cyber-Angriffen (etwa Ransomware oder Password Spraying und so weiter) zu verzeichnen gewesen sind, will man aber derzeit weder bei Meier Tobler noch bei deren Informatik-Partner GIA Informatik sagen. Der IT-Dienstleister verweist lediglich auf die aktuellen Informationen zur Situation auf der Website von Meier Tobler respektive dessen Pressestelle.
Durch Medien und Melani wurde bekannt, dass Meier Tobler Ransomware eingefangen hat: Max Klaus von Melani sagte: "Wir wissen, dass es sich um einen Kryptotrojaner handelt, der Daten verschlüsselt. Ein solches Virus kann ein Unternehmen, wie im Fall von Meier Tobler, wo fast alles lahmgelegt wurde, heftig treffen."
Betroffen waren soweit bekannt das zentrale SAP-System, das Lagerleitsystem, die Festnetz-Telefonie, die Website und alle E-Mail-Adressen. Da die Lager und Lieferlogistik direkt betroffen waren, stockte die Auslieferung, während Bestellungen weiterhin aufgegeben werden konnten. Auch die Service-Organisation für Heizungs- und Klimaanlagen konnte weiterbetrieben werden.
Ab Dienstag 30.7. sollen nun die zentralen Systeme wie SAP und das Lagerleitsystem wieder funktionieren, so dass dann wieder Waren ausgeliefert werden, sagte Pressesprecher Martin Schäppi zu inside-it.ch. Noch nicht vollfunktionsfähig werde aber die Website sein, die derzeit nicht oberste Priorität geniesse.
Kundendaten sollen von dem Cyberangriff des schweizweit tätigen, an der Schweizer Börse kotierten Unternehmens nicht betroffen gewesen sein. Gegenüber der Nachrichtenagentur 'AWP' wurde betont, dass man mit den zuständigen Ämtern wie der Meldestelle Melani sowie mit der Polizei in Kontakt stehe.
Ferner gebe es keine Hinweise darauf, dass über die vom Unternehmen ausgehenden E-Mails Schadsoftware verbreitet wurde. Unbeantwortet ist aber seit letzter Woche noch die Frage, ob Lösegeldforderungen vorliegen. Nicht kommuniziert wurden ausserdem allfällige Erkenntnisse zu den finanziellen Auswirkungen des Cyberangriffs auf das Unternehmen.
Meier Tobler entstand 2017 aus der Fusion der Unternehmen Walter Meier und Tobler Haustechnik. 2018 wurde mit gut 1300 Mitarbeitenden ein Umsatz von rund 520 Millionen Franken erwirtschaftet. (vri/Keystone-Sda)
(Update 30.7.2019: Der Artikel wurde mit dem Statement von Max Klaus ergänzt.)

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