Nach IT-Flop: Zug wagt noch einen Anlauf

30. September 2013, 14:46
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Der Kanton arbeitet an einem neuen Einwohnerregister und startet das neue IT-Projekt "Nerz".

Der Kanton arbeitet an einem neuen Einwohnerregister und startet das neue IT-Projekt "Nerz".
Zuger Einwohnerkontroll-Software reloaded: Ein neues Informatik-Projekt namens Nerz, Neues Einwohnerregister Zug, soll unter der Zuger Finanzdirektion ausgearbeitet werden. Federführend sei der Zuger Regierungsrat Peter Hegglin, wie die 'Neue Zuger Zeitung' heute schreibt.
Nerz ist bereits der zweiter Anlauf für eine neue Einwohnerkontroll-Software im Kanton Zug. Das erste Projekt in den elf Zuger Gemeinden wurde Anfang dieses Jahres gestoppt. Damals kam es zum Eklat mit dem Software-Lieferant IBM schlug das Software-Debakel hohe Wellen.
Beim IBM-Projekt war damals die Direktion des Innern federführend. Sie habe nun einen Abschlussbericht zum gescheiterten Projekt erstellt - aber nicht veröffentlicht, so die Zuger Zeitung. Es sei ein Fachbericht, der Schlussfolgerungen zum Scheitern des Projekts und Verbesserungsvorschläge für künftige Projekte enthalte, weiss die Zeitung.
Nerz-Einführung in zwei bis drei Jahren
"Wir können den Abschluss der Untersuchung nicht abwarten. Warten löst das Problem nicht," lässt sich der neue Projektleiter Hegglin in der Zeitung zitieren. Deshalb wurde das Projekt Nerz ins Leben gerufen, aber noch nicht gestartet - es sei erst in Vorbereitung. Bis Ende September sollen die betroffenen Gemeinden eine erste Stellungnahme zum Projekt abgeben. Wann Nerz starten und die Aufträge für eine neue Software ausgeschrieben werden sollen, stehe laut Hegglin noch nicht definitiv fest. Das hänge vom Feedback der Gemeinden ab, so die 'Neue Zuger Zeitung'.
Voraussichtlich könne die neue Software für die Einwohnerkontrolle in zwei bis drei Jahren eingeführt werden, sagt der neue Projektleiter Hegglin der 'Neuen Zuger Zeitung'. Das jetzige Programm muss demnach weiter geführt werden, weshalb weitere Verhandlungen mit IBM am laufen sind. Der Konzern habe zwar zugesichert, die bestehende Software noch bis Ende 2014 zu warten - was aber nicht reicht. "Ich bin aber zuversichtlich, dass in nächster Zeit eine Einigung zu Stande kommt", erklärt Hegglin der Zeitung.
Zuger Gemeinde nicht zufrieden
Nach dem IT-Flop haben sich die elf Zuger Gemeinden bekanntlich zusammen geschlossen, und eine Arbeitsgruppe gebildet. Damit wollten die Gemeinden mehr Gewicht bekommen. Nun seien die Gemeinden aber nicht damit einverstanden, dass die Leitung des neuen IT-Projekts wieder beim Kanton liegt, so die Zeitung weiter. Aber selber leiten möchte es auch niemand. "Ich habe den Gemeinden die Projektleitung angeboten. Aber sie wollten nicht", meint Nerz-Projektleiter Hegglin gegenüber der Zeitung. (lvb)

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