Nach Japan: Lieferkette von minderwertigen Komponenten bedroht

19. April 2011, 11:42
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Keine Branche ist heute eine einsame Insel, auch nicht dei Branche der Komponentenhersteller.

Keine Branche ist heute eine einsame Insel, auch nicht dei Branche der Komponentenhersteller. Auch hier gibt es Hersteller, die für andere Bauteile und Rohmaterialien produzieren oder wie jetzt nach dem Erdbeben in Japan vom 11. März 2011 helfen, Engpässe zu überbrücken. Die Komponentenknappheit ist nach dem schweren Beben offenbar so gross geworden, dass die nachgelagerte Industrie, die sogenannten "Upstream Player", immer mehr in Sorge sind, mit zweitklassigen Komponenten beliefert zu werden.
Dieses "Schreckgespenst", wie 'Digitimes‘ es nennt, zwingt die Hersteller, Massnahmen zu ergreifen, damit ihre Lieferkette nicht von minderwertiger Ware verseucht wird. Wie das Online-Magazin aus Taiwan von Komponentenanbietern (Downstream Player) der Insel erfahren hat, pumpen sie derzeit grosse Geldmengen in die Spotmärkte, um ihre Lager aufzufüllen. Damit wachse aber auch Gefahr, dass sie es mit Lieferanten zu tun kriegen, mit denen sie sonst nicht oder nur selten zusammenarbeiten, und von diesen betrogen zu werden, was die Qualität der Komponenten angeht.
Den 'Digitimes‘-Informanten zufolge treten Lieferungen mit zweitklassiger Ware derzeit hauptsächlich bei Kondensatoren und chemischen Rohmaterialien auf, weniger dagegen bei Gelenken, Gehäusen und Kühlungsmodulen. Unter Herstellern von Stromversorgungseinheiten gehen derweil schon Gerüchte um, dass Mitbewerber mit einer wachsenden Zahl defekter Komponenten beliefert wurden. Um minderwertige Ware abzuwehren, wollen die Komponentenhersteller ihren langjährigen Partnerschaften Priorität einräumen und neue, wenn nötig, nur nach eingehender Prüfung eingehen. (Klaus Hauptfleisch)

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