Nach Twitter-Hack: 18-Jähriger erhält drei Jahre Jugendhaft

17. März 2021, 13:17
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Über die gehackten Twitter-Accounts von Prominenten hatten die Täter im Juli 2020 dazu aufgerufen, Bitcoins einzusenden.

Beim aufsehenerregenden Twitter-Hack Mitte Juli 2020 waren die Konten zahlreicher Prominenter gekapert worden, darunter die des heutigen US-Präsidenten Joe Biden, des früheren Präsidenten Barack Obama, des Amazon-Gründers Jeff Bezos und des Tesla-Chefs Elon Musk. Auch Firmenkonten, etwa von Apple, wurden gehackt.
Ziel war ein Bitcoin-Betrug: Twitter-Nutzer wurden aufgerufen, Kryptowährung einzuschicken, mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzubekommen. Nach damaligen Berichten spülte diese Masche einen zumindest sechsstelligen Betrag in die Kassen der Hacker. Laut Twitter hatten die Hacker mit einer Spear-Phishing-Attacke via Telefon Erfolg. Die Angreifer hätten sich mit Login-Daten von Mitarbeitenden Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können.
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Screenshot eines der damals abgesetzten Tweets.
Urheber des Hacks sollen drei junge Täter gewesen sein. Die Strafbehörden kamen ihnen rasch auf die Spur, weil eine andere Hacker-Gang Datensätze aus einem Untergrund-Forum online gestellt hatte, in denen sich auch die IP-Adressen der Beschuldigten befanden.
Der damals 17-jährige Hauptdrahtzieher Graham Ivan C. wurde noch Ende Juli 2020 verhaftet. Anfänglich erklärte er sich vor einem Gericht in Tampa Bay, Florida, für unschuldig. Nun habe er sich aber vor demselben Gericht für schuldig erklärt. Der mittlerweile 18-Jährige habe eine Strafe von drei Jahren Jugendhaft plus drei weiteren Jahren Bewährungszeit akzeptiert. Computer darf er nur noch unter Aufsicht nutzen. Durch seine Kooperation entgeht Graham Ivan C. einer möglichen härteren Strafe als Erwachsener.
Zwei weitere Personen aus Orlando und aus Grossbritannien werden als Mittäter beschuldigt, dem Drahtzieher des Hacks den Zugriff auf Twitters interne Systeme verkauft zu haben. Da sie zum Zeitpunkt des Angriffs nicht mehr minderjährig waren, müssen sie mit höheren Strafen rechnen. Die Anklage gegen die beiden am Bundesbezirksgericht für das Nördliche Kalifornien läuft noch.

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