Nachteile für den Schweizer Handel durch Anpassung der Energieverordnung?

20. Oktober 2010, 12:45
  • swico
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Ab Mai 2011 wird die Energieverordnung (EnV) in der Schweiz angepasst, um eine höhere Energieeffizienz für Netzgeräte durchzusetzen.

Ab Mai 2011 wird die Energieverordnung (EnV) in der Schweiz angepasst, um eine höhere Energieeffizienz für Netzgeräte durchzusetzen. Zwar begrüsst der Wirtschaftsverband Swico die Verschärfung der Vorschriften, wie es in einer Mitteilung von heute heisst, lehne allerdings ab, dass die Schweiz - im Gegensatz zur EU - im Alleingang den Verkauf von dann nicht mehr konformen Geräten ab dem Stichtag verbieten will. Der Wirtschaftsverband warnt davor, dass Schweizer Hersteller, Importeure und Händler Netzgeräte vernichtet müssen, obwohl diese in den Nachbarländern unbefristet weiter verkauft werden dürfen. Hier könne, meint man beim Swico, eine Übergangsregelung Abhilfe schaffen.
Die vom Bundesamt für Energie (BFE) vorgeschlagene Regelung werde den Schweizer Handel und insbesondere den Fachhandel "drastisch benachteiligt", heisst es weiter. Man sei auf international einheitliche Produkte angewiesen, weil weder Hersteller noch Distis Geräte für die Schweiz mit höheren oder zeitlich vorgezogenen Anforderungen ausstatten würden. Da die Netzgeräte als Zubehör eingekauft und in der Verpackung mit dem jeweiligen Gerät zusammen abgegeben werden, sei auch ein nachträgliches Umpacken im Handel nicht praktikabel, meint man bei Swico.
Zudem fordert der Wirtschaftsverband das BFE auf, "endlich" das dahinter stehende grundsätzliche Problem zu lösen. Bei der nächsten Revision der EnV, so der Swico, empfehle man, den Begriff "Inverkehrbringung" zu vereinheitlichen. Dazu soll sei eine Regelung angebracht, wie sie bereits bei der Übernahme der RoHS-Vorschriften der EU ins Chemikalienrecht (ChemRRV) der Schweiz erfolgt sei. So könnten dann bereits im Handel verfügbare Geräte auch bei Anpassungen noch ohne irgendwelche Beschränkungen verkauft werden.
Um zu vermeiden, dass unsinnigerweise Lagerbestände bei Händlern mit nichtkonformen Geräten vernichtet werden müssen, akzeptiere der Swico aber eine einjährige Übergangsregelung, obwohl die EU keine solche Fristen kennt, heisst in der Mitteilung. (hjm)

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