Nachwuchsentwickler arbeiten vermehrt an OSS-Projekten

6. Januar 2021 um 14:49
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Mit welchen Tools junge Entwickler Erfahrung haben und wie sie in den Arbeitsmarkt finden, zeigt ein Github-Report.

Erneut hat Github den "Education Report" publiziert, der sich an Studierende, Lehrpersonen und Ausbildungsbetriebe richtet. Er bietet einen Blick darauf, wie angehende Softwareentwickler ihr Handwerk erlernen, welche Sprachen sie verwenden und wie sie in den Arbeitsmarkt finden.
Über 80% der jungen Softwareentwickler haben Erfahrung mit Python, mehr als in den Jahren zuvor. Die anderen weit verbreiteten Sprachen sind neben HTML Javascript, CSS, SQL und Java. Gefragt nach den Entwicklungsumgebungen setzt ein Grossteil der Befragten auf Visual Studio Code. Dahinter folgen IntelliJ und Pycharm, so die Ergebnisse.
Auch an den Universitäten habe Visual Studio Code deutlich an Akzeptanz gewonnen. Von den befragten Lehrkräften gaben 60% an, das Tool zu nutzen. Im Jahr zuvor waren es knapp über 40%. 
Die Befragung zeigt weiter, dass immer mehr junge Entwickler auf Online-Editoren setzen, um schnelle Änderungen an Code vorzunehmen: Fast 40% der befragten Nachwuchsentwickler gaben an, browserbasierte Tools wie Repl.it, Codepen und Code Sandbox zu verwenden. Ähnlich wie ihre Schüler setzen mehr und mehr Lehrpersonen auf Online-Tools. Repl.it sticht laut Befragung als erste Wahl der Lehrkräfte hervor.
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Visual Studio Code ist weiterhin die erste Wahl unter Nachwuchsentwicklern. Quelle: Github
Mehr Mitarbeit an OSS-ProjektenDie Antworten zu Fragen im Bereich Open Source Software freut die Studienautoren von Github. Es zeige sich, dass sich mehr junge Entwickler mit dem Thema beschäftigen und an OSS-Projekten mitarbeiten. Die Anzahl stieg von 52 auf 62%.
"In diesem Jahr sahen wir bedeutsame Veränderungen im Verhalten und in der Denkweise rund um Beiträge zu Open Source", schreiben sie. Das seien gute Nachrichten für Organisationen, die auf Open-Source-Tools angewiesen sind oder Open-Source-Projekte als Engagement-Strategie für Entwickler nutzen.
Diese Ergebnisse würden sich mit anderen Befragungen decken und könnten auch von der Pandemie beeinflusst sein. Daten würden zeigen, dass Entwickler insgesamt, einschliesslich Studentinnen und Studenten, im Jahr 2020 mehr Zeit damit verbrachten, sich mit Open-Source-Software zu beschäftigen, insbesondere an den Wochenenden.

Zum Karrierestart sind Vollzeitstellen rar

Von den Nachwuchsentwicklern hat ein knappes Drittel in den 12 Monaten vor der Befragung ein bezahltes Praktikum absolviert. Der Markt scheint umkämpft: Im Durchschnitt haben sich die Befragten auf 19 Stellen beworben und 2 Angebote erhalten. Trotz der starken Nachfrage nach IT-Leuten, so Github, müssen Nachwuchskräfte damit rechnen, viel Zeit und Energie in Bewerbungen zu stecken.
Aber, so eine weitere Erkenntnis, die angehenden Fachkräfte hätten eine Wahl bei den Arbeitgebern. Dabei sei unter dem Strich die Bezahlung der wichtigste Faktor bei der Entscheidung. Ausserdem suchen sie nach praktischer Erfahrung und der Möglichkeit, zu lernen.
Von jenen Befragten, die bereits angestellt sind, arbeiten 20% der Nachwuchsentwickler in grossen Organisationen mit 10'000 oder mehr Mitarbeitern. 17% sind bei kleinen Firmen oder Startups mit weniger als 10 Mitarbeitern beschäftigt. Die Frage nach dem Beschäftigungsstatus insgesamt zeige, dass es für zum Start der Karriere schwierig sei, eine Vollzeitstelle zu finden, so Github.
Für den Bericht wurden über 7000 Studierende und junge Absolventen sowie gut 100 Lehrkräfte weltweit befragt. Allerdings stammt ein Drittel der Teilnehmenden aus den USA. Der vollständige Github Education Report 2020 ist online verfügbar. 

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