Näher, mein Bund, zu dir

17. September 2010, 15:12
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Und hier noch unser Freitagabend-Kommentar: Die unheimliche Nähe der Schweizer Regierung zu Microsoft.

Und hier noch unser Freitagabend-Kommentar: Die unheimliche Nähe der Schweizer Regierung zu Microsoft.
Bundespräsidentin Doris Leuthard gibt auf Fragen manchmal völlig verblüffende Antworten. So wollten wir von ihr letzte Woche wissen, ob die Person des Microsoft-Schweiz-Chefs Peter Waser als Präsident des Schweizer eEconomy Boards als Inkarnation des Bösen, was der Akzeptanz des "Boards" nicht wirklich hilft. Leuthard: "Die Chinesen setzen bewusst auf Open-Source. Das ist bei dieser grossen Bevölkerung vielleicht ja auch nötig." (Der Rest ihrer Antwort war dann ganz vernünftig.)
Grundsätzlich hat sie aber schon recht: Mit Open Source und der Beschaffungspolitik des Bundes hat das eEconomy Board nichts zu tun. Ja, dass ein Microsoft-Top-Mann in der Schweiz nun in Gratisarbeit zusammen mit den Chefs der Axpo und der Post Regierung, Hochschulen und Wirtschaft in Sachen "eEconomy" berät, hat einen entscheidenden Vorteil: Microsoft behauptet nicht mehr, man sei ein "Schweizer KMU", verhält sich aber nun endlich ein bisschen wie ein solches und bildet Lehrlinge aus.
Microsoft ist lieb (und einflussreich)
Dass Leuthard und das SECO den Chef von Microsoft Schweiz an die Spitze eines potentiell einflussreichen "Boards" berufen haben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit Jahren bemüht sich Microsoft um eine gute Präsenz beim Bund und hat damit erstaunlich viel Erfolg. So machte Leuthard den ehemaligen Microsoft-"Beamtenflüsterer" Stefan Meierhans zum Preisüberwacher
Selbst der Auftritt von Peter Waser im TV-Wirtschaftsmagazin Eco, das ihn beim Lobbyieren im Nationalrat zeigte.
Und trotz immer wieder heftigen Auseinandersetzungen (ich erinnere an den Streit mit der SIK als wahre Microsoft-Bastionen.
Dass der Bund PCs mit Microsoft Windows betreibt, finde ich weniger einen Skandal als normal. Ich kenne keine grossen Organisationen, die Linux-PCs en masse betreiben - übrigens auch München nicht sondern nur Importeure. (Christoph Hugenschmidt)

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