NAV 2009 erreicht die Schweiz

24. September 2009, 16:10
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Microsoft hat Dynamics NAV technologisch überarbeitet. User-Interfaces sind nun konsequent rollenbasiert. Hoher Druck gegenüber Kunden und Partnern zur Migration auf SQL Server als Datenbank.

Microsoft hat Dynamics NAV technologisch überarbeitet. User-Interfaces sind nun konsequent rollenbasiert. Hoher Druck gegenüber Kunden und Partnern zur Migration auf SQL Server als Datenbank.
Heute Morgen stellte Microsoft im Rahmen der Winterthurer ERP-Messe Topsoft die neue Version der betriebswirtschaftlichen Software Dynamics NAV (ehemals Navision) vor. NAV 2009 gibt es in vielen Ländern zwar schon einige Monate, da die Schweiz aber ein kleiner und komplizierter Markt ist, hat man sich mit der Lokalisierung der Software einige Zeit gelassen. Präsentiert wurde die neue NAV-Version gleich von NAV-Entwicklungschef Daniel Brown (Foto) himself.
Keine neuen Funktionalitäten aber 3-Schichten-Architektur und neues Interface
Neue Software-Versionen sind bei Anwendern und Integratoren nicht nur beliebt, denn sie können - vor allem, wenn ältere Versionen nicht mehr unterstützt werden - "erzwungene" Migrationsprojekte nach sich ziehen.
Microsoft versucht der "Migrationsmüdigkeit" zu begegnen, indem grosse funktionale Änderungen nur in jeder zweiten neuen Version, also ungefähr alle vier Jahre, vorgenommen werden. So auch bei NAV 2009: Das neue "Navision" hat die gleiche Geschäftslogik wie der Vorgänger NAV 5.0. Erneuert wurde hingegen die technische Architektur der Lösung, die nun eine 3-Schichten-Architektur aufweist. Auf dem Anwender-PC sitzt nur noch ein so genannter "Rich Client". Grundlegend neu an diesem ist, dass die User-Interfaces nun alle vollständig rollenbasiert sind. Microsoft liefert 21 vorkonfigurierte Rollen (z.B. Debitorenbuchhalterin, Finanzchef, Verkauf Innendienst). Diese Rollen müssen dann vom NAV-Reseller respektive vom Anwender auf seine tatsächlichen Verhältnisse angepasst werden.
Raffinierte Textsuche und mehr Rapporte
Ein starkes Argument von NAV ist die enge Verzahnung mit dem weit verbreiteten Büropaket Microsoft Office. So ist Outlook direkt in die NAV-Oberfläche integriert und es gibt ein Chatfenster für firmeninterne Kommunikation. Ab der nächsten Version soll auch Microsofts Erfolgsprodukt SharePoint tiefer integriert werden.
Dass Microsoft diese tun würde, war abzusehen und dürfte vor allem Kunden ansprechen, die eine "Microsoft-only"-Strategie fahren.
Neben der Verzahnung mit Office bringt Microsoft mit NAV 2009 zwei wichtige Neuerungen. So hat die Oberfläche nun ein Feld für die Textsuche quer über den ganzen Datenbestand. Wichtiger noch dürften gewisse, relativ einfache BI-Funktionen sein. So kann man sich - je nach Rolle - im Arbeitsfenster Rapporte grafisch darstellen lassen. Zudem kann man sich ein "Statistik"-Fenster anzeigen lassen, in dem gewisse Daten zusammengefasst sind. Ein Verkäufer kann sich zum Beispiel das historische Bestellverhalten eines Kunden zusammenfassen lassen. Für die BI-Funktionalitäten greift Microsoft auf SQL Server Reporting Services zurück.
Wohl eher eine Spielerei ist die Integration in Microsofts Online-Kartendienst. So kann man sich auf Knopfdruck die Standorte aller Kunden auf einer Karte anzeigen lassen.
Adieu Navision Datenbank
Endgültig Abschied genommen hat Microsoft von der alten, Navision-eigenen Datenbank. Diese wird nicht mehr unterstützt und wer die neuen Versionen von NAV benützen will, muss die Daten in die Datenbank SQL Server migrieren, was unter Umständen ganz schön aufwändig werden kann. Da der SQL Server aber Voraussetzung für die Integration von BI-Funktionen in die Software ist und solche vom Markt gewünscht werden, besteht kein kleiner Druck auf NAV-Spezialisten, die sehr oft eigene, branchenspezifische Versionen anbieten, zur Migration.
Wie Harald Wentsch von Microsoft Schweiz heute morgen sagte, haben noch weniger als die Hälfte der NAV-Anwender in der Schweiz den Schritt auf Version 5.0 gemacht - NAV-Anwendern und -Resellern stehen also noch vor einem grossen Berg an Migrationsaufgaben. (Christoph Hugenschmidt)

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