Netbook-Markt: Totgesagte leben länger

20. Januar 2011, 16:41
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Trotz bereits spürbarer Angriffe von iPad & Co.

Trotz bereits spürbarer Angriffe von iPad & Co. und entgegen Gerüchten über erste Aussteiger rechnet die Notebook-Industrie in Taiwan damit, dass 2011 immer noch rund 30 Millionen Netbooks verkauft werden, wobei die drei grössten Anbieter jeweils auf sechs Millionen Stück kommen sollen. Acer als einer der Top-Player hat gerade Ausstiegsgerüchte zurückgewiesen. Chairman J.T. Wang gab zu, dass Apples iPad in spezifischen Märkten wie den USA und Grossbritannien bereits Auswirkungen auf den Verkauf der Mini-Notes zeige. Wie er sagte, gelte dies aber nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer, weshalb Acer an dem Markt festhalten werde. Das Gerücht kam auf, weil das Aushängeschild Taiwans seinerseits eine Reihe von Tablet-PCs angekündigt hat.
Derweil hat Asustek (Asus), das Unternehmen, das 2008 mit dem Eee PC den Stein ins Rollen gebracht hat, seine neue Netbook-Parade für 2011 vorgestellt. Dazu gehören auch High-End-Modelle zum Preis von 599 US-Dollar. Das Unternehmen geht für 2011 von 30 bis 35 Millionen weltweit verkauften Netbooks aus und will sich davon natürlich ein gutes Stück sichern. Samson Hu, Generaldirektor für das Eee-PC-Business, rechnet mit mindestens sechs Millionen Geräten oder 20 Prozent des Netbook-Weltmarktes.
Da mittlerweile auch Smartphone-Anbieter wie RIM in den Markt für Tablet-PCs drängen und dieser mit Apples übermächtigen iPad ohnehin wenig Platz für Neueinsteiger bietet, sollen einige Notebook-Player schon darüber sinnieren, zurück zu rudern und sich doch wieder mehr den Netbooks zuzuwenden. Intel ist deshalb laut Industriekreisen zuversichtlich, was den Verkauf der Atom-Plattform angeht. Der Ende Februar zum Launch anstehende Atom N570 mit zwei 1,66-GHz-Kernen hat schon breite Aufmerksamkeit erlangt. Im März sollen Lenovo, Asus und Samsung bereits die ersten Netbooks mit dem Dual-Core-Prozessor auf den Markt bringen. Etwas später wird Intel Cedar Trail-M, eine Plattform der nächsten Generation mit Cedarview-M-Prozessor und Tiger-Point-Chipsatz lancieren. Dieser soll unter anderem mit DDR3-Unterstützung und HD-Grafik glänzen. Angemeldet haben sich dafür laut 'Digitimes' unter andrem Acer, Asus, Lenovo, Samsung und Toshiba. Im Februar 2011 werden voraussichtlich auch die ersten Netbooks mit AMDs Brazos-APUs (Accelerated Processing Unit) der Ontario C Series auf den Markt kommen, darunter auch eines von HP. Die Preise für die Geräte mit 11,6 und 12 Zoll grossem Display sollen um die 599 Dollar liegen. (Klaus Hauptfleisch)

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