Netbooks und Co. doch nicht "The next Big Thing"?

1. Dezember 2008, 16:08
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Die Chiphersteller haben Mühe mit den Kleincomputern: Erstaunlich negative Aussagen von Intel und AMD.

Die Chiphersteller haben Mühe mit den Kleincomputern: Erstaunlich negative Aussagen von Intel und AMD.
Sowohl AMD als auch Intel haben sich in den letzten Wochen eher skeptisch zu Mini-Notebooks bzw. Netbooks und Mobile Internet Devices (MIDs), die gegenwärtig weltweit Marktanteile erobern, geäussert. Interessant ist dabei, dass sich beide Chiphersteller nicht damit begnügten, gegen den Hype anzugehen, sondern sogar negative Aussagen zu diesen hardwaremässig schlanken, aber günstigen Kleincomputern, machten. AMD-Mann Bahr Mahony meinte anlässlich der Ankündigung der neuen AMD-Plattformen für mobile Geräte beispielsweise, dass Anwender recht unzufrieden mit Netbooks bzw Mini-Notebooks seien, was sich unter anderem in einer hohen Rate von Retouren in Europa geäussert habe. Und Intel Vertreter Stu Pann erklärte an einer Veranstaltung in den USA letzte Woche: "Wenn Sie schon einmal ein Netbook mit einem 10-Inch-Screen gebraucht haben, dann wissen Sie: Für eine Stunde ist das ja OK. Aber es ist sicher nicht etwas, was sie den ganzen Tag lang verwenden wollen."
AMD will mit seinen vor zwei Wochen angekündigten kommenden Notebook-Plattformen "Congo" und "Yukon", beziehungsweise den dazugehörigen CPUs "Conesus" und "Huron", übrigens entgegen vieler Presseberichte, auch keineswegs frontal auf Intels für Kleingeräte konzipierte-"Atom"-CPUs losgehen. AMD will sich zwar nicht dagegen wehren, wenn PC-Hersteller die neuen AMD-Plattformen für kleine Notebooks verwenden, will dies aber nicht aktiv propagieren. Die Aussage von AMDs CEO Dirk Meyer dazu war klar: "Wir ignorieren das Netbook-Phämomen – wir kümmern uns um PC-Sorten (Form Factors), die grösser sind." AMD glaubt, dass der Markterfolg von Netbooks durch mangelnde Bildschirmgrössen und Leistung eingeschränkt werden wird.
Intel hat mit seinen im Frühling lancierten Atom-Chips bereits einen grossen Teil des boomenden Marktes für Billig-Notebooks für sich beanspruchen können. Umso mehr erstaunt daher, dass Intel nun verbal auf die Bremse steht. Eine von 'News.com' wiedergegebene Aussage von Stu Pann, Vice President für Sales und Marketing, wirft aber Licht auf die Hintergründe: "Wir dachten ursprünglich, dass Netbooks vor allem etwas für Schwellenländer und Kinder sein würden, und teilweise ist das auch so. Wie sich nun aber herausgestellt hat, wird der grösste Teil in Westeuropa und Nordamerika gekauft, von Leuten, die einfach ein Notebook haben wollen. Wir glauben daher, dass Netbooks höchstens unseren bestehenden Markt inkrementell ausweiten."
Letzteres ist der springende Punkt. Wenn die Billig-Geräte neue Märkte eröffnen, eben zum Beispiel bei weniger kaufkräftigen Kunden in Schwellenländern oder als Erstcomputer bei kleineren Kindern, sind sie für die Chiphersteller und den Channel eine neue Chance - wenn die Kunden sie dazu verwenden, um teurere Notebooks zu ersetzen, kommen ihre Profite weiter unter Druck. (Hans Jörg Maron)

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