Netrics: Irgendwie gegen, aber irgendwie auch mit Amazon und Co.

29. November 2016, 12:17
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Im Sommer fand der Spatenstich für das Rechenzentrum DataHub in Biel statt.

Im Sommer fand der Spatenstich für das Rechenzentrum DataHub in Biel statt. Netrics war die ursprüngliche Bauherrin des Projekts. Das Unternehmen hat sich im Zuge der Detailplanung jedoch entschieden, das Projekt an die Data Center Biel AG abzutreten und stattdessen als Ankerkunde einzusteigen. Man wolle sich mehr auf das Kerngeschäft als Managed-Service-Provider und Cloud-Dienstleistungen fokussieren, teilte das Unternehmen im Sommer mit. Etwa 25 Prozent der RZ-Fläche des DataHubs waren im August vermietet. Neben Netrics als bisher grösster Kunde wird auch Energie Service Biel einziehen.
In der Schweiz gebe es ein Data-Center-Netz und dieses habe eine Lücke. "Und genau in dieser Lücke liegt Biel," sagt Schmidt zu 'SRF'. Als weiteren Grund für den Standort Biel nennt der Netrics-CEO die Geschichte des Unternehmens: Netrics wurde 1999 in Biel gegründet. Ausserdem sei die geografische Lage von Vorteil, denn das Datacenter müsse nur einen Monat im Jahr mit einer Klimaanlage gekühlt werden. Angestrebt wird ein PUE-Wert von 1,35.
Amazon und Co. sind nicht nur Konkurrenten
Mit seinen Services konkurrenziert Netrics Cloud-Giganten wie Amazon, Google und Microsoft. Schmidt glaubt laut 'SRF-Bericht' aber, aufgrund der Nähe zum Kunden einen Vorteil gegenüber der internationalen Konkurrenz zu haben. "Der Schweizer Kunde schätzt es, wenn er weiss, wo seine Daten liegen und wo er hingehen kann und sich im schlimmsten Fall beschweren kann."
Zu den Hauptkundensegmenten von Netrics gehören zum einen Medizinalfirmen, die grosse Rechenkapazitäten benötigen, sowie Vermittler von Finanzdienstleistungen, so der Bericht weiter. Letztere benötigen ein RZ, dessen Sicherheitsstandard zertifiziert ist. Dies biete Netrics. Zudem gehöre ein weltweit tätiger – nicht näher genannter – Hersteller von Haushaltsgeräten zum Kundenstamm. Dessen Geräte sind teilweise mit dem Internet verbunden, senden Zustandsmeldungen an die Zentrale oder beliefern die Nutzer mit Kochrezepten. All das laufe über die Rechner bei Netrics, sagt Schmidt weiter.
Der Cloud-Dienstleister will aber nicht ausschliesslich auf "Swissness" setzten. Die Zahl der Anwendungen, die irgendwo auf der Welt betrieben werden können, wird sicher zunehmen, ist Schmidt überzeugt. Man schliesse nicht aus, dass Netrics beispielsweise bei Amazon oder Google einen Teil der Leistungen einkauft. Ganz festlegen will sich Schmidt gegenüber 'SRF' aber nicht. "Schon in drei Jahren kann vieles wieder anders aussehen." (kjo)
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