Netz-Auslagerung des Bundes in der Kritik

13. November 2013, 09:33
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Seit zwei Jahren ist bekannt, dass der Bund grosse Teile seines Netzwerks auslagern will. Im Lichte der NSA-Affäre gibt es nun Bedenken.

Die 'NZZ', dass der Betrieb der Datennetz-Infrastruktur künftig ausgelagert werden soll, wobei der Bund weiterhin für die Sicherheit - VPN, Firewall, Verschlüsselung - sorgen soll.
Laut den Ausschreibungsunterlagen müssen jene zwei Unternehmen, die den Zuschlag erhalten, innerhalb von zwei Jahren die 400 Standorte der Bundesverwaltung mit neuer Infrastruktur ausrüsten. Ausgenommen von der Ausschreibung sind jene Standorte in Bern, die der Bund über ein eigenes Glasfasernetz erschlossen hat.
Dass weite Teile des Kommunikationsnetzes der Bundesverwaltung ab 2014 an private Telekomfirmen ausgelagert wird, gibt zu reden. In der 'NZZ' kommen der IT-Sicherheitsexperte Gunnar Porada und der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi zu Wort, die die Pläne kritisieren. Der Bundesrat sei auf eine Anfrage des Nationalrats im Juni nicht direkt eingegangen. "Die Antworten konnten meine Bedenken jeweils nicht ausräumen." Eine klare Strategie ist für ihn "nicht erkennbar". Er glaubt, dass der Bund ein eigenes Netz betreiben müsse.
Porada, der beim Zuger Security-Unternehmen InnoSec arbeitet, weist zudem darauf hin, dass man mit der Auslagerung die Kontrolle über die Daten in fremde Hände gebe: "Die Bundesverwaltung wird dadurch sehr verwundbar." Eine Befürchtung ist, dass die privaten Provider mit anderen Firmen zusammenarbeiten und sich dabei versteckte Hintertüren öffnen könnten. Zudem hätten die Provider aus Wirtschaftlichkeitsgründen ein deutlich geringeres Interesse an teuren Investitionen in die Sicherheit als die Kunden selber. (mim)

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