Netzneutralität in den USA, aber mit Einschränkungen

22. Dezember 2010, 12:47
  • technologien
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Den Internetverkehr zu regulieren, könnte insbesondere für die Provider eine lukrative Sache sein.

Den Internetverkehr zu regulieren, könnte insbesondere für die Provider eine lukrative Sache sein. Sie könnten etwa mit sogenannten "Quality-of-Service-Packages" beispielsweise geschäftskritische Daten prioritär übertragen und damit Geld verdienen. Je nach Bandbreite wären unterschiedliche Tarife denkbar. Doch bisher hat man sich auch in der Schweiz erfolgreich dagegen gewehrt und auf Netzneutralität.
Eine soeben in den USA getroffene Entscheidung der Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) könnte in Sachen Netzneutralität Signalwirkung haben, zumal die amerikanische Internet-Wirtschaft sehr stark ist. Am gestrigen Dienstag hat die FCC mit einem knappen 3-zu-2-Entscheid neue Regeln für den Datenverkehr im Internet beschlossen.
Gemäss dieser Weichenstellung in Sachen Netzneutralität müssen Internet-Anbieter in den USA grundsätzlich alle legalen Inhalte in ihren Netzen gleich behandeln und dürfen keine Endgeräte ausschliessen. Dazu dürfen sie den Datenverkehr auf ihren kabelgebundenen Infrastrukturen zwar in einem "vernünftigen" Mass managen, haben darin aber Transparenz für den Konsumenten zu schaffen. Zudem stellt die FCC klar, dass hierbei der schnellere Datentransport gegen einen Aufpreis – also die klassische Priorisierung - nicht mit einem "diskriminierungsfreien Zugang" vereinbar ist.
Die Behörde hatte noch im April eine Schlappe einstecken müssen, weil sie die Netzneutralität vorschreiben wollte. Mit der jetzige Entscheidung soll nun ein Kompromiss der Interessen von Netzbetreibern, Inhalteanbietern und Konsumenten erreicht worden sein.
Zum einen unterscheidet die FCC nun zwischen Festnetz-Breitband und Mobilfunk. Wer via DSL und Kabel das Internet nutzt, dem werden zwar die genannten strengeren Neutralitätsregeln zugestanden. Doch beim Mobilfunk sind die Vorgaben noch relativ lasch. Hier wird lediglich untersagt, bestimmte Services wie etwa Netflix oder Skype ganz zu blockieren. Konkret soll es den Providern aber möglich sein, Anwendungen zu sperren, die zu viel Bandbreite beanspruchen und damit das Netz verlangsamen. Priorisierungen und somit unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Transport von Daten sind hier also nach wie vor möglich. Der mobile Internet-Markt befinde sich noch im Aufbau, begründet das FCC diese Differenzierung. (vri)

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