Netzwerk der Kapo Zürich löste Störung im Notrufsystem aus

11. Juni 2021, 08:09
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Weil eine zentrale Netzwerkkomponente nicht aufs Redundanzsystem umschaltete, war in Zürich der Notruf stundenlang nur per Handy erreichbar.

Die Störung der Notrufnummern 112 und 117 im Kanton Zürich am frühen Morgen vom letzten Dienstag (8. Juni 2021) ist nicht dem Telekom-Anbieter geschuldet. Wie die Kantonspolizei auf Anfrage mitteilt, wurde der stundenlange Ausfall durch "eine zentrale Netzwerkkomponente ausgelöst, welche in einen undefinierten Systemzustand fiel". Während des Ausfalls war die Kantonspolizei (Kapo) nur via Handynummer erreichbar.
Wie Kapo-Sprecher Florian Frei weiter ausführt, verhinderte dieser "undefinierte Systemzustand die Umschaltungen auf das Redundanzsystem". Nach dem Auftreten der Störung sei "die betroffene Netzwerkkomponente instandgesetzt und dieselbe Komponente im Redundanzsystem kontrolliert" worden. Weitergehende technische Massnahmen werden noch geprüft, so Frei.
Ausdrücklich stellt er klar, dass der "betroffene Systemabschnitt von der Kantonspolizei Zürich betrieben wird". Es habe kein Zusammenhang zu der Telefonstörung in Winterthur vom Montag (7. Juni 2021) bestanden und auch das Polycom-System sei zu keinem Zeitpunkt von der Störung betroffen gewesen: "Die Kantonspolizei Zürich war durchgehend einsatzfähig", so Frei.
Beim Ausfall der Telefonzentrale der Stadt Winterthur waren die Notrufnummern 117 und 112 nicht betroffen, allerdings war die Stadtpolizei längere Zeit nur über Handynummern erreichbar, wie die Medien der TX Group berichtet hatten. Der Swisscom-Kunde Winterthur habe ein Synchronisationsproblem zwischen zwei Servern gehabt, das rasch behoben werden konnte, hiess es dazu.
Die Notruf-Störung bei der Kapo hatte Erinnerungen an die Ausfälle von Anfang letzten Jahres geweckt. Damals waren Pannen bei Swisscom für die Vorfälle verantwortlich und der Bundesrat schaltete sich ein.
Anfang 2021 forderte eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats (KVS-S), dass der Bundesrat eine gesetzliche Grundlage ausarbeiten müsse für eine Stelle, die die technische Gesamtverantwortung für alle Notrufe übernimmt. Erst Anfang dieses Monats hat sich der Nationalrat der kleinen Kammer angeschlossen und die Motion aus dem Ständerat stillschweigend an die Regierung überwiesen. Der Vorstoss sieht eine "Systemführerschaft" vor, um "auch in Zukunft die lückenlose und qualitativ einwandfreie Abwicklung der Notrufe sicherzustellen", heisst es.

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