Neu bei Google: Suche per Foto, Echtzeitsuche auf Twitter und Co.

8. Dezember 2009, 16:27
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Handy-Fotos als "Suchwörter", neue Posts in Web 2.0-Medien innert Sekunden finden: Google lanciert neue Suchmöglichkeiten.

Handy-Fotos als "Suchwörter", neue Posts in Web 2.0-Medien innert Sekunden finden: Google lanciert neue Suchmöglichkeiten.
Google hat heute zwei Neuerungen in seinem eigentlichen "Kerngeschäft", der Internetsuche vorgestellt. Beide werden schon in den nächsten Tagen nutzbar sein, dürften Google aber noch vor grössere technische Herausforderungen stellen, bevor sie ausgefeilt sind.
"Google Goggles" ist eine ab sofort erhältliche Applikation für Android-Handys, durch die User in Zukunft mit dem Handy geschossene Fotos als Sucheingabe verwenden können. Funktionieren soll das beispiesweise mit Orten, Kunstwerken und berühmten Objekten oder Firmen-Logos. Die Applikation nimmt Kontakt mit den Google-Servern auf, wo Teile des Fotos mit dem Bilderbestand in der Bildersuche von Google verglichen werden. Wird eine Übereinstimmung gefunden, werden entsprechende Suchresultate auf dem Handy präsentiert.
Bei Orten soll es auch ohne Foto funktionieren: Google Goggles erkennt aufgrund des GPS-Signals und des Handy-internen Kompasses, wo sich der User befindet und in welche Richtung sein Handy zeigt, und blendet den Namen des Orts oder einer Firma gleich im Sucher ein (siehe Screenshot). Mit einem Klick auf den Namen findet man dann weitere Informationen.
Die Qualität der Ergebnisse, vor allem bei der Fotosuche, wird aber von weiteren Entwicklungen im Bereich der automatischen Bildinterpretation abhängen, die wie Google-Goggles-Produktmanager Shailesh Nalawadi selbst zugibt, noch in den Kinderschuhen steckt. Und noch ein Aspekt: Da Google alles und jedes speichert, weiss Google in Zukunft natürlich auch, wo sich ein Google-Goggles-User in der Vergangeheit aufgehalten hat.
"Latest Results": Echtzeitsuche auf Twitter, Blogs usw.
Für viele Anwender noch relevanter dürfte die neue "Latest Results"-Funktion sein. Diese soll in den nächsten Tagen auf der englischen Google-Version aufgeschaltet werden. Unter der neuen Rubrik "Latest Results" wird man dann auch Suchresultate aus Web 2.0-Seiten wie Twitter, Friendfeed, Blogs usw. finden, und zwar gemäss Google schon Sekunden, nachdem sie aufgeschaltet wurden.
Die grosse Herausforderung für Google wird es hier sein, aus der Flut der täglichen Neueinträge die für die User relevantesten herauszufiltern. Bei der "klassischen" Websuche hat das mit dem Page-Rank gut funktioniert, und Google zu seiner dominanten Stellung verholfen. Bei "flüchtigen" Inhalten wie Twitter-Beträgen müssen aber ganz andere Kriterien und Algorithmen gefunden werden. (Hans Jörg Maron)

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