Neue Forderung nach Aufspaltung von Microsoft

17. November 2010, 15:16
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Vor rund zehn Jahren wurde schon einmal öffentlich diskutiert, ob es sinnvoll sei, Microsoft in ein Windows- und ein Anwendungsunternehmen aufzuspalten.

Vor rund zehn Jahren wurde schon einmal öffentlich diskutiert, ob es sinnvoll sei, Microsoft in ein Windows- und ein Anwendungsunternehmen aufzuspalten. An der diesjährigen Aktionärsversammlung flammte diese Diskussion wieder auf. Unzufriedene Investoren hatten laut dem WSJ (Wall Street Journal) gefordert, das Endkunden- zusammen mit dem Xbox-Geschäft aus dem Konzern auszugliedern, um dem Gesamtkonzern eine stärkere Fokussierung zu ermöglichen. So könne man möglicherweise bisher verborgene Unternehmenswerte zu Tage fördern, meinten einige kritische Aktionäre.
Doch sowohl Microsoft-Chef Steve Ballmer als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Bill Gates stemmten sich vor der Versammlung in Bellevue, Washington, gegen diese Idee. Ballmer betonte, dass sich die Branche ohnehin in einer Konsolidierungsphase befände. Zudem gingen viele Microsoft-Produkte an End-User wie an Unternehmen, was eine Aufspaltung riskant mache. Angesichts dieser Situation sei es wenig sinnvoll, den Konzern zu zerlegen. Gates meinte, dass der Aufbau eines Tochterunternehmens nicht die Lösung sein könne, um die Unzufriedenheit der Aktionäre zu überwinden. Man belege ohnehin einen absoluten Spitzenplatz unter den Technologie-Unternehmen, hiess es weiter.
Mehr war auch Gates und Ballmer nicht zu entlocken, als sie zu erklären versuchten, warum die Microsoft-Aktie trotz Rekordumsätzen bei einzelnen Produkten und bei ständig neuen Quartals-Spitzenergebnisse in diesem Jahr 15 Prozent an Wert verloren hat. Obwohl auch in diesem Jahr die Dividende wieder zulegen wird, reicht das einzelnen Investoren nicht. Sie fragen, wie es möglich ist, ständig mit besten Quartalsergebnissen zu trumpfen und trotzdem den Börsenwert nicht steigern zu können. Angespielt wird damit beispielsweise auf die nicht selten suboptimale Produktpolitik des Software-Riesen. Kritisiert wurde aber auch, dass Gates soeben Microsoft-Aktien verkauft habe, statt sie aus der Bilanz zu streichen, wovon der Börsenkurs profitiert hätte. (vri)

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