Neue Geschäftsmodelle im Storage-Business

22. Juni 2015, 13:04
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Der Flash-Storage-Anbieter Pure Storage wird künftig die Speicher-Boxen von Kunden, die Wartungsverträge haben, kostenlos durch neue ersetzen.

Der Flash-Storage-Anbieter Pure Storage wird künftig die Speicher-Boxen von Kunden, die Wartungsverträge haben, kostenlos durch neue ersetzen und 15 Jahre Garantie gewähren. Das verändert auch das Channel-Business.
Norbert Kopp vom Distributor Abo-Storage ist überzeugt: Die Karten im Storage-Business werden neu gemischt. Grund ist der Auftritt des mit enorm viel Risikokapital finanzierten (man spricht von 600 Millionen Dollar) Flash-Storage-Anbieters Pure Storage. Pure bietet nicht nur neuartige FlashArrays, sondern mischt die Szene mit neuartigen Go-to-Market-Modellen geradezu auf.
In Kürze: Kunden, die einen Wartungsvertrag abschliessen werden jeweils ohne Zusatzkosten mit einer neuen Generation von Geräten ausgerüstet. Nicht nur das: Pure Storage garantiert, dass auch die nächsten Generationen im gleichen Chassis laufen werden: Man kann die Geräte im laufenden Betrieb (!) umrüsten. Und der Hersteller bietet Wartungskunden sagenhafte 15 Jahre Garantie an. Das sei möglich, weil Pure Storage die Schreibzyklen auf den Flash-Modulen softwaremässig anders organisiert als Konkurrenten und so deren Lebensdauer verlängert hat, erklärte Kopp vergangenen Mittwoch an einer Medienveranstaltung.
Pure Storage geht noch einen Schritt weiter: Auch der "Pure1" genannte Service verändert die Geschäftsmodelle. Ein Disti oder Händler kann die Storage-Arrays seiner Kunden in einer Webapplikation "als Service" überwachen. Pure selbst überwacht die Arrays der Kunden, die das zulassen, und reagiert selbst auf Probleme, die man bei einem Array irgendwo entdeckt hat. Die Systeme könnten - so dies der Kunde zulässt - remote gewartet werden. Man kann so Probleme lösen, bevor sie auftauchen.
Software und Software-Updates von Pure sind im Kaufpreis des Arrays enthalten, erklärte Kopp. Zudem sind die Wartungskosten nicht "exorbitant", sondern betragen 18 Prozent des Kaufpreises eines Systems, erklärte der Disti-Manager.
Für Storage-Spezialisten wird sich damit einiges ändern. Ihnen werden nicht nur die Umsätze für neue Generationen von Systemen entgehen - bei Pure sind diese ja "gratis" - sondern auch Diensteistungserträge, denn Flash-Arrays gehen viel seltener kaputt als Systeme, die auf Harddisks aufbauen.
Die Wetten von Pure Storage
Die "coolen Socken" (Kopp) von Pure Storage gehen mit dem neuartigen Vertriebsmodell drei Wetten ein. Sie wetten einerseits, dass Flash-Bauteile laufend billiger werden. Andererseits wetten sie darauf, dass Kunden künftig nicht einfach ihre Systeme auf die neueste Version upgraden wollen - das wäre ja "gratis" - sondern immer grössere Arrays brauchen werden. Und sie wetten darauf, dass sich die Komprimierungs-Technologie laufend verbessern wird. Es wird für sie also gar nicht so teuer werden, ihren Wartungskunden bei einem Generationenwechsel gleich grosse, neue Systeme anzubieten.
Noch ist Pure Storage in Europa und in der Schweiz kein grosser Player. Aber bereits beschäftigt der Anbieter sechs Mitarbeitende in der Schweiz. Und an einer Infoveranstaltung gestern in Zürich nahmen rund 80 Mitarbeitende von Resellern teil. In den USA schreibt Pure bereits schwarze Zahlen, sagt Kopp, der die Firma unlängst besucht hat. (hc)

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