Neue Öko-Schelte für Apple, diesmal aus China

20. Januar 2011 um 10:43
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Schon mehrmals haben Greenpeace und andere Organisationen Apple als einen der grössten Umweltsünder in der IT-Industrie gebrandmarkt.

Schon mehrmals haben Greenpeace und andere Organisationen Apple als einen der grössten Umweltsünder in der IT-Industrie gebrandmarkt. Während die kommunistische Regierung Chinas als Produktionsland in Öko-Fragen meist ein oder zwei Augen zudrückt, hat jetzt eine gemeinnützige Gruppe aus Beijing der Mac-Company die rote Karte gezeigt.
Von 29 global agierenden Technologieunternehmen bildet die Marke mit dem Apfel (chinesisch pinguo pai) in der Bewertung des Institute of Public & Environmental Affairs (IPE, Gongzhong Huanjing Yanjiu Zhongxin) das Schlusslicht, was Transparenz in Sachen Gesundheits- und Umweltverträglichkeit der Produktion und verwendeten Materialien angeht. Überschrieben ist der von 36 nichtstaatlichen Organisationen zusammengetragene Bericht mit "Pingguo de ling yi mian", wörtlich "Die andere Seite des Apfels", und dem Zusatz "Bericht über die Verwendung von Schwermetallen in der IT-Industrie".
Ganz vorne im Sinne von vorbildlich sieht IPE laut einem Telefoninterview des Institutdirektors Ma Jun mit der Nachrichtenagentur 'Bloomberg' die BT Group und Hewlett-Packard (HP), und das obwohl Letzterer zum Beispiel wie Apple ebenfalls von Foxconn produzieren lässt. Beide Unternehmen hätten bei Umweltproblemen sofort reagiert und mit den Lieferanten nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Die Mac-Company dagegen habe nicht nur zurückgewiesen, dass mutmassliche Öko-Sünder zu ihren Lieferanten zählten, sondern auch die Verantwortung für entstandene Umweltprobleme. Apple-Sprecherin Jill Tan aus Hongkong betonte indes, dass ihr Unternehmen seit 2006 die Lieferanten in Umweltdingen auf Herz und Nieren prüfe und sowie auf der eigenen Website jede Menge diesbezügliche Informationen veröffentliche.
Als eines der Beispiele gegen Apple benennt der IPE-Report die Wintek Group, die 2009 angeblich bei Displays für Mac-Produkte giftige Chemikalien verwendet haben soll, was dem Vernehmen nach dazu führte, dass Fabrikarbeiter mit Nervenerkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Nachdem sich deswegen Proteste gegen das Taiwanunternehmen regten, hat dieses die Verwendung der N-Hexan genannten Chemikalie als Lösungsmittel gestoppt und veranlasst, dass die betroffenen Arbeiter angemessen medizinisch behandelt wurden. Apple hat aber laut Ma nie zugegeben, Wintek in der Lieferantenliste zu haben.
"Wir waren davon ausgegangen, dass Apple als Corporate Citizen eine führende Rolle übernehmen würde, aber jetzt fühlen wir, dass es das obstruktivste Unternehmen ist", wird Ma in dem Telefoninterview mit 'Bloomberg' zitiert. Der IPE-Direktor hat dies vielleicht nicht so gemeint, aber das Wort obstruktiv bezeichnet auch bestimmte chronische Atemwegserkrankungen. (Klaus Hauptfleisch)

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