"Neue" Technologien: Hypes und Realität 2007

6. August 2007, 14:30
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Gartners Hype Cycle: Was kommt schon morgen, was erst übermorgen, und was vielleicht gar nie?

Gartners Hype Cycle Was kommt schon morgen, was erst übermorgen, und was vielleicht gar nie?
Das Marktforschungsinstitut Gartner nimmt sich alljährlich fast alles vor, was in Form eines "Buzzwords" in der Informations- und Kommunikationstechnologie herumschwirrt und klopft es auf seinen "Realitätsgehalt" ab. Die Technologien werden dann auf Gartners berühmter "Hype Cycle"-Kurve plaziert.
Diesem liegt eine einfache und einleuchtende Theorie zugrunde: Neue Technologien durchlaufen immer wieder einen ganz ähnlichen Zyklus. Das Tempo, mit dem die individuellen Technologien auf der Hype-Cycle-Kurve vorankommen, ist zwar sehr unterschiedlich, aber die Phasen ähneln sich immer wieder: Zuerst gibt es eine Phase des Hypes und der übertriebenen Erwartungen ("Peak of inflated Expectations"), dann folgt das Loch der (ebenfalls übertriebenen) Enttäuschung ("Trough of Disillusionment"). Danach erkennt man langsam, das eine Technologie doch zu etwas nütze sein könnte und setzt sie immer mehr in der Realität ein ("Slope of Enlightenment") bis sie zuletzt zum Alltag gehört ("Plateau of productivity"). Fast an diesem Punkt angekommen ist gemäss Gartner gegenwärtig Instant Messaging in Unternehmen.
Manchmal gibt es aber auch Technologien, die schon aus dem Rennen fallen beziehungsweise obsolet sind, bevor sie je dieses Plateau erreichen. Gegenwärtig ordnet Gartner allerdings keine der bekannteren Technologien in diese Kategorie ein. Immerhin: Auf der Kippe befinden dürfte sich das einst viel beschworene "semantische Web", von dem heute kaum mehr geredet wird, und bei dem es gemäss Gartner immer noch mehr als zehn Jahre dauern wird, bevor es zu einer breiteren Anwendung kommen könnte.
Da also eigentlich in fast jede neue Technologie zuerst einmal übertriebene Erwartungen gesteckt werden, lautet die Hauptfrage: Wie lange dauert es noch, bis eine solche Technologie auf breiter Front adaptiert wird und wie sehr wird sie uns nützen oder sogar unser Leben verändern?
Am bedeutendsten für die nähere Zukunft ist gemäss Gartner das Web 2.0 im engeren Sinn (Blogs, soziale Netzwerke und ähnliches), dem Gartner ein echtes "Transformationspotential" zuweist und das schon fast zum Alltag gehört. Teilweise deutlich anders beurteilt Gartner allerdings einige Technologien, die oft auch zum Oberthema Web 2.0 gezählt werden.
Mashups - gerade ein Riesenhypethema - zum Bespiel werden zwar auch schon in weniger als zwei Jahren reif sein, sollen aber ein etwas geringeres Potential aufweisen. Bei Wikis - tief im Loch der Enttäuschung - soll die Marktreife noch weiter entfernt sein und ihren Nutzen beurteilt Gartner als eher moderat. Virtuelle Welten à la Second Life gesteht Gartner wiederum ein sehr hohes Tranformationspotential zu, das sich allerdings erst in fünf bis zehn Jahren realisieren wird.
Andere Technologien, die das Leben allgemein und die IT im speziellen stark verändern werden, sind der Meinung Gartners nach in zwei bis fünf Jahren SOA, Web 2.0-Technologien in Unternehmen und Web-Plattformen. In fünf bis zehn Jahren erreichen die ebenfalls der Kategorie "transformational" zuzurechnenden Technologien 3-D Printing, RFID und virtuelle Welten das "Plateau der Produktivität". Und danach könnte das Zeitalter der Roboter als Alltagshelfer anbrechen.
Weitere technologien mit zumindest hohem Nutzwert sind: Enterprise Instant Messaging in Unternehmen, Lokalisierungstechnologien und Masups in weniger als zwei Jahren. Elektronisches Papier, Analyse von sozialen Netzwerken, Applikationen, die sich auf Lokalisierung stützen sowie "Expertise-Management und Lokalisierung" in zwei bis fünf Jahren.
(Illustration: Quelle Gartner. Und wir wissen, sie ist etwas klein. Unter diesem Link finden Sie eine besser lesbare Version.)

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