Neuenburger Firma Uditis lanciert digitales Zolldokument für 79 Länder

13. Juni 2019, 12:38
  • technologien
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Uditis aus Neuenburg startet die Pilotphase des digitalen Dokuments Carnet ATA.

Uditis aus Neuenburg startet die Pilotphase des digitalen Dokuments Carnet ATA. In Zukunft soll das Carnet ATA nicht mehr auf Papier sondern in einer Anwendung für Smartphones bei Zollämtern vorgelegt werden.
Das Carnet ATA ist ein Zolldokument für die vorübergehende Ein- und Ausfuhr von Waren. Damit wird der Warenverkehr in Ländern beschleunigt, die Teil des ATA-Abkommens sind. Das Dokument wurde 1963 eingeführt und ist weltweit Standard in 79 Ländern, auch in der Schweiz, im ganzen EU-Raum, in den USA, China, Japan, Russland und Australien.
Wo bisher das ATA Carnet in Papierform bestellt werden musste, kann es nun mit einem PIN-Code auf eine von Uditis entwickelte Smartphone-Anwendung heruntergeladen werden, wie 'ICTjournal.ch' berichtet. Ein QR-Code wird als Erkennungsschlüssel für die Zollabfertigung verwendet und ersetzt die bisherigen zu stempelnden Dokumente. Die Datenbanken werden in einer Cloud gespeichert.
"Dieses digitale Carnet kann zwischen dem Inhaber und dem Zollbeamten geteilt werden. Jede Zollabfertigung ist durch vertrauliche Codes gesichert, die in Form von QR-Codes wie eine Bordkarte angezeigt werden. Alle Transaktionen werden den verschiedenen Beteiligten in Echtzeit mitgeteilt", erklärt Hervé Sanglard von Uditis in einer Mitteilung.
Uditis präsentierte seine Anwendung am 11. Juni im Rahmen des World ATA Community Congress (WATAC) in Rio de Janeiro. Parallel dazu wurde eine sechsmonatige Pilotphase mit sechs Ländern gestartet: Schweiz, USA, China, Grossbritannien und Belgien. Verläuft dieser Test erfolgreich, wird das Projekt weltweit auf alle 79 Länder ausgeweitet, die Teil des ATA-Abkommens sind.
Mit der Entwicklung des digitalen ATA Carnet hatte 2010 die Neuenburger Firma WebExpert begonnen, die 2018 von Uditis übernommen worden war. Uditis selbst entstand 2000 als Spin-off des Centre Suisse d’Électronique et de Microtechniques (CSEM). Die Firma beschäftigt 50 Mitarbeitende, wovon zehn mit dem ATA-Projekt befasst sind. (paz)

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