Neuenburger Kantons-IT wird 30% teurer

4. November 2020, 13:54
image

Parlament bewilligt 15 Millionen Franken mehr für IT-Infrastruktur und neue Rechenzentren. Für Diskussionen sorgte auch die IT-Panne bei den Gemeindewahlen.

Der Neuenburger Grosse Rat hat am 3. November zusätzlichen Mitteln für die kantonale IT zugestimmt. Das Parlament gab damit rund 15 Millionen Franken frei, die ergänzend zu den bereits im Februar 2016 bewilligten 50 Millionen in IT-Projekte des Kantons gesteckt werden sollen.
Mittel von fast 4,9 Millionen sind für die Entwicklung der Informationssysteme des Staates bestimmt. 6 Millionen sind unter anderem für den Bau und Betrieb von zwei neuen Rechenzentren in Neuchâtel und La-Chaux-de-Fonds vorgesehen. Für diese waren bereits früher Kosten von 18,5 respektive 15,5 Millionen budgetiert worden.
Die zusätzlichen Gelder sollen weiter in die 2019 vollzogene Fusion des Informatikdienstes des Kantons (SIEN) mit dem städtischen CEG (Centre électronique de gestion de la Ville de Neuchâtel) fliessen sowie in die generelle Erneuerung der IT-Infrastruktur. Der Grosse Rat bewilligte diese Anträge der Kantonsregierung fast einstimmig.

Neue Lösung sorgte schon in Fribourg für Probleme

Für mehr Diskussionen sorgte in einer weiteren Sitzung des Grossen Rates die IT-Panne bei den Neuenburger Gemeindewahlen. Diese hatte am 25. Oktober eine zeitnahe Auszählung verhindert, weil das neue Wahlerkennungsmodul Probleme beim Scannen von Wahlzetteln hatte. Verschiedene Gemeinden mussten darauf wieder auf Handzählung umstellen.
Alle Fraktionen des Grossen Rates von Neuenburg haben nun die Regierung aufgefordert, Massnahmen zu ergreifen, damit sich diese Probleme nicht wiederholen – vor allem auch in Hinblick auf die kantonalen Wahlen im April 2021. "Die Schwierigkeit am 25. Oktober bestand darin, die Panne zu erkennen", sagte Staatsratspräsidentin Monika Maire-Hefti. Man sei mit der neuen digitalen Lösung Syvote aber "vollumfänglich zufrieden".
Von Parlamentariern wurde daraufhin eingewandt, dass mit demselben System bereits vor einem Jahr in Fribourg Probleme bei den Ständeratswahlen aufgetreten seien. Und gefragt, warum der Kanton deshalb keine Back-up-Lösung und manuelle Zählungen für allfällige Probleme eingeplant hatte. Maire-Hefti erklärte, die Gemeinden könnten grundsätzlich immer auf eine manuelle Zählweise zurückwechseln. Es werde auch alles getan, damit die kantonalen Wahlen problemlos über die Bühne gehen könnten.

Loading

Mehr zum Thema

image

Anti-Fake-News-Initiative ist vorerst vom Tisch

Mit einem Vorstoss sollten Betreiber in die Pflicht genommen werden, wenn auf ihren Onlineplattformen Falschinformationen verbreitet wurden. Zunächst sind aber Abklärungen nötig.

publiziert am 3.2.2023
image

Der Wandel im Beschaffungsrecht

Am 02. Februar 2023 ist das erste Event seiner Art – "E-Government im Fokus" – von inside-it.ch über die Bühne gegangen. Wir haben mit 4 Speakern diskutiert, die das Beschaffungswesen in- und auswendig kennen.

publiziert am 3.2.2023
image

Next Episode: Das neue Simap verzögert sich nochmals

Die Entwickler haben die "Komplexität analysiert" und sind zu einer neuen Schätzung gelangt. Dieses Jahr wird’s nichts mehr mit KISSimap.

publiziert am 3.2.2023
image

Das Wachstum der Hyperscaler verlangsamt sich

Bei AWS, Azure und Google Cloud ist es jahrelang nur steil bergauf gegangen. Jetzt aber macht sich der Spardruck der Kunden bemerkbar.

publiziert am 3.2.2023