Neuer bundeseigener IT-Dienstleister entsteht

28. März 2012, 15:55
  • e-government
  • bit
  • genf
image

Die Zentrale Ausgleichsstelle der Schweiz betreut ihre Fachanwendungen künftig selbst. Sie kann im Bereich der ersten Säule auch IT-Leistungen für Dritte erbringen. 40 BIT-Spezialisten wechseln den Arbeitgeber, acht müssen einen neuen Job suchen.

Die Zentrale Ausgleichsstelle der Schweiz betreut ihre Fachanwendungen künftig selbst. Sie kann im Bereich der ersten Säule auch IT-Leistungen für Dritte erbringen. 40 BIT-Spezialisten wechseln den Arbeitgeber, acht müssen einen neuen Job suchen.
Die Zentrale Ausgleichsstelle der Schweiz (ZAS) hat definitiv mit dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) gebrochen: Nachdem sich bereits im vergangenen Sommer abgezeichnet hatte, dass die ZAS künftig auf den Bezug von Informatikleistungen des BIT verzichten will, steht nun gemäss einer heute verschickten Mitteilung fest, dass die ZAS in Genf künftig ihre ICT-Leistungen im Bereich von Fachanwendungen "für sich selbst erbringen" wird. Standardleistungen insbesondere im Bereich Netze oder Büroautomation bezieht die Ausgleichsstelle allerdings weiterhin vom BIT.
Im Rahmen dieses Entscheids übernimmt die ZAS per 1. Mai 40 Genfer BIT-Mitarbeitende. Die ZAS gehört zum Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD). Dessen Mediensprecher Roland Meier sagt zu inside-it.ch, dass nun noch für acht weitere Personen, die nicht von der ZAS übernommen werden, eine Lösung gesucht werde. Kündigungen würden, wenn überhaupt, erst Ende Jahr ausgesprochen.
Die ZAS führt beispielsweise die zentrale Buchhaltung von AHV und IV. Sie kann nun in ihrem Fachbereich auch IT-Leistungen für Dritte erbringen, "soweit dies einer effizienten Durchführung dieser Versicherungsleistungen dient", heisst es in einer Mitteilung des Finanzdepartements. Die ZAS werde damit für bestimmte ICT-Leistungen zusätzlich zum BIT ein interner Leistungserbringer des EFD. Gemäss der Bundesinformatikverordnung (BinfV) darf pro Departement aber höchstes ein interner Leistungserbringer bestehen. Deshalb musste der Bundesrat an seiner heutigen Sitzung eine Ausnahme der BinfV-Regel genehmigen. Offenbar haben aber auch andere Departemente in einzelnen Verwaltungseinheiten eigene Leistungserbringer. Der Bundesrat hat deshalb das EFD beauftragt, ihm eine "Gesamtschau" der ICT-Leistungserbringer der Bundesverwaltung zu unterbreiten. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Wie die Schweizer Bevölkerung die Digitalisierung wahrnimmt

Cybergefahren werden präsenter, E-Government-Vorhaben nicht: Die Stiftung Risiko-Dialog hat der Schweiz auf den digitalen Zahn gefühlt.

publiziert am 2.2.2023
image

Basel führt Pflichtfach Medien und Informatik in der Sek ein

Bislang wurden die Themenbereiche Medien und Informatik in anderen Fächern zusammen gebündelt. Ab dem Schuljahr 2024/2025 will Basel-Stadt das ändern.

publiziert am 1.2.2023
image

Wo steht die Schweiz bei der Digitalisierung?

Das Bundesamt für Statistik hat eine Reihe von Indikatoren gebüschelt. Eine klare Antwort geben sie nicht.

publiziert am 31.1.2023
image

St. Gallen will Steuersoftware für 44 Millionen Franken konsolidieren

Der Kanton will seine zersplitterte Steuerlandschaft vereinheitlichen, um jährlich rund 3 Millionen zu sparen. Nun wurden Projektleistungen ausgeschrieben.

publiziert am 31.1.2023