Neuer IT-Dienstleister SDA Informatik legt los

8. April 2010, 09:53
  • channel
  • ringier
  • tamedia
image

Chef kommt von Swisscom IT Services. Medienhäuser als potenzielle Kunden im Visier.

Chef kommt von Swisscom IT Services. Medienhäuser als potenzielle Kunden im Visier.
Die per 1. Januar 2010 gegründete SDA Informatik AG hat ab dem 1. Mai auch einen Chef. Es handelt sich um Michel Aeberhard (Foto), der vom Outsourcer Swisscom IT Services kommt. Der 47-jährige Berner verfügt laut einer Mitteilung über umfassende Erfahrungen in der Softwareentwicklung und war seit März 2008 Leiter der Abteilung PEX (Process Experts) von Swisscom IT Services in Bern. Zuvor arbeitete er unter anderem bei der Post, bei Mannesmann Kienzle (später Digital Equipment Enterprise), bei Alltronic und bei Sohard. Er könne es "kaum noch erwarten", die Leitung der neuen SDA Informatik zu übernehmen und "den Medienunternehmen in der Schweiz eine neue verlässliche Alternative im Bereich IT-Lösungen und -Dienstleistungen anzubieten", wird er in der Mitteilung zitiert.
"Massgeschneiderte Lösungen und Dienstleistungen"
SDA Informatik ist ein IT-Gemeinschaftsunternehmen der SDA und der APA (Austria Presse Agentur). Die beiden Presseagenturen möchten so in Zukunft ihre Synergien im IT-Bereich ausbauen und den Schweizer Medien in diesem Segment "massgeschneiderte Lösungen und Dienstleistungen" anbieten.
Wie Marc-Henri Jobin von der SDA gegenüber inside-it.ch sagt, befindet sich der Hauptsitz von SDA Informatik in Zürich, es gebe aber Stützpunkte bei der SDA in Bern. Zudem verfüge man über viel Know-how der Partnerfirma APA IT (die etwa 26 Millionen Franken umsetzt). Der neue IT-Dienstleister, der aus den Informatik-Abteilungen von SDA, Keystone und Sportinformation (Si) entstand, beschäftigt zurzeit 16 Personen.
Medienunternehmen im Visier
Die Dienstleistungen der SDA Informatik werden zunächst der SDA und ihren Kunden und Eigentümern zur Verfügung gestellt. Gemäss Jobin sollen die IT-Lösungen von SDA Informatik wie auch von APA IT künftig aber auch Dritten angeboten werden. Im Fokus stehen – nicht überraschend – Medienhäuser.
In diesem Bereich hat der bisherige Arbeitgeber des neuen Chefs so seine Erfahrungen gemacht: Tamedia etwa ist seit Jahren nicht wirklich zufrieden mit den Leistungen von Swisscom IT Services, allerdings blieben die klassischen IT-Bereiche (Server, Storage, Workplace etc.) bei Ringier. Zwar dürfte Ringier zurzeit noch eine Nummer zu gross sein für SDA Informatik. Naheliegend wäre aber etwa eine Zusammenarbeit mit der Berner Tamedia-Tochter Espace ('Berner Zeitung', 'Der Bund'…), welche im Gegensatz zu ihrem Mutterunternehmen ihre IT noch nicht ausgelagert hat. Und weil sich die Schweizer Medienlandschaft in einer strukturellen und konjunkturellen Krise befindet, ist die Zahl potenzieller Kunden gross. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Vertragsauflösung in UK: Bei Atos könnten viele Stellen wegfallen

Ein auf potenziell 18 Jahre angelegter Vertrag zwischen der britischen Pensionskasse und dem IT-Dienstleister wurde nach 2 Jahren aufgelöst. Medien gehen von 1000 Stellen aus, die gefährdet sind.

publiziert am 3.2.2023
image

DXC hofft auf Turnaround im kommenden Jahr

Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im abgelaufenen Quartal erheblich geschrumpft. Im nächsten Geschäftsjahr soll es aber wieder aufwärts gehen, sagt der CEO.

publiziert am 2.2.2023
image

Rapid7 prüft offenbar einen Verkauf

Der Security-Anbieter erwägt laut Medienberichten Optionen für einen Verkauf. Dabei soll auch eine Übernahme durch Private-Equity-Investoren infrage kommen.

publiziert am 2.2.2023
image

Gartner: Nachfrageschwäche für PCs hält an

Sowohl Unternehmen als auch Consumer werden dieses Jahr weiterhin Ausgaben scheuen und ihre alten Geräte länger benutzen, anstatt neue zu kaufen, sagt der Marktforscher.

publiziert am 1.2.2023