Neuer König auf dem wackligen PC-Thron

11. Juli 2013, 12:16
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Lenovo übernimmt die Spitze haarscharf vor HP. Zweites Halbjahr soll dank dem in die Jahre gekommenen Windows XP besser werden.

Lenovo übernimmt die Spitze haarscharf vor HP. Zweites Halbjahr soll dank dem in die Jahre gekommenen Windows XP besser werden.
Nun also doch: Die beiden Marktforscher IDC und Gartner sind sich für einmal einig, dass Lenovo im zweiten Quartal 2013 das Ruder im PC-Markt übernommen hat. Dies aber denkbar knapp, und auch nicht in allen Weltregionen. Der chinesische PC-Bauer hat laut IDC nach Stückzahlen gemessen weltweit einen Marktanteil von 16,7 Prozent, und HP 16,4 Prozent - bei Gartner sind es 16,7 zu 16,3 Prozent. Laut den Marktforschern konnte Lenovo von günstigen Geräten und den Unsicherheiten bei HP profitierten.
Aber auch beim neuen PC-König war nicht alles rosig im vergangenen Quartal. Denn die Chinesen mussten einen Absatzrückgang von 1,4 Prozent hinnehmen. Besonders in der Region Asien/Pazifik (ohne Japan), dort musste Lenovo gar einen zweistelligen Rückgang einstecken. Im grossen US-Markt ist HP immer noch Marktführer und Lenovo folgt nach Dell und Apple erst auf Platz vier.
Im vergangenen Quartal mussten alle PC-Hersteller Federn lassen. Nach Stückzahlen gemessen mussten alle der Top-5, sowohl nach den Gartner- wie auch nach den IDC-Marktforschern, einen Absatzrückgang hinnehmen. Besonders stark getroffen hat es die beiden taiwanischen Hersteller Acer mit einem Minus von 32,6 beziehungsweise 35,3 Prozent und Asus mit 21,1 oder 20,5 Prozent.
Durststrecke hält an
Weltweit gingen 75,6 Millionen Geräte über den Ladentisch, das ist ein Minus von 11,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahresquartal. Das ist zwar marginal besser als von IDC erwartet. Aber das fünfte Quartal mit einem Rückgang der Zahl der ausgelieferten PC bedeutet gleichzeitig die längste Durststrecke für PC-Hersteller.
Demnach weiss der PC-Markt noch immer nicht, wie mit den Konkurrenzgeräten wie Tablets und Smartphones umzugehen. Die PC-Hersteller haben laut IDC Schwierigkeiten, sich auf Touchscreen-basierte Systeme mit Windows 8 umzustellen und wissen auch nicht, wie die hohen Ultrabook-Preise zu rechtfertigen.
Strohhalm: Windows-Migration
Laut IDC-Analyst Jay Chou besteht die Möglichkeit, dass das zweite Halbjahr besser ausfällt. Als Silberstreifen am Horizont bezeichnen die IDC-Marktforscher die Tatsache, dass eine Reihe von Anbietern gegenwärtig die Lagerbestände abbauen. Somit werden wohl in der zweiten Hälfte des Jahres neue Modelle angeboten.
Ausserdem setzen die Marktforscher auf Microsoft: In den USA tauschten vermehrt Firmen ihre PCs aus, die noch auf Windows XP laufen. Microsoft versorgt das in die Jahre gekommene Betriebssystem bekanntlich nur noch bis zum April 2014 mit Updates. Somit müssen die Windows-Nutzer ihre Systeme auf Windows 7 oder 8 umstellen. (lvb)

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