Neuer Schweizer Supercomputer mitten in der "Weltelite"

23. Juni 2009, 10:01
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Der Cray-Computer des CSCS in Manno ist neu auf Platz 23 in der Welt.

Der Cray-Computer des CSCS in Manno ist neu auf Platz 23 in der Welt.
Der Roadrunner und der Jaguar bleiben die schnellsten: Wie schon vor einem halben Jahr führen die beiden im Los Alamos National Laboratory beziehungsweise im Oak Ridge National Laboratory in den USA beheimateten Supercomputer die neuste Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt an. Die beiden sind auch weiterhin die einzigen Computer der Welt, die eine Dauerleistung von über tausend Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops) erreichen. Der von IBM gebaute Roadrunner erreicht gemäss dem von der Liste verwendeten "Linchpack"-Benchmark eine Leistung von 1105 Tflops, der von Cray stammende Jaguar 1059 Tflops.
Ein fulminantes Debut hat der neue Cray-Supercomputer "Monte Rosa" (Foto) des Hochleistungsrechenzentrums (CSCS) der ETH in Manno im Tessin hingelegt, der in diesem Mai fertiggestellt wurde. Mit 118 Tflops ist er gegenwärtig gemäss der Liste die Nummer 23 in der Welt und die Nummer 4 in Europa.
Klar in den Schatten gestellt wird aber auch der neue schnellste Schweizer Supercomputer von zwei Hochleistungsrechnern in unserem nördlichen Nachbarland. Auf dem dritten Platz befindet sich nun neu der "Jugene"-Supercomputer am Forschungszentrum Jülich, dessen Leistung im letzten halben Jahr deutlich hochgeschraubt wurde. Die IBM-Maschine erreicht nun 825 Teraflops. Ebenfalls in Jülich steht ein weiterer Newcomer in den Top10, der Supercomputer "Juropa" mit 274 Tflops, der mit Technologie von Sun und Bull gebaut worden ist.
Generell geht es allerdings in der Rangliste turbulent zu und her, und schon in einem Jahr dürfte wieder vieles anders sein. Ein Beispiel ist der "NOW Cluster" des CERN in Genf, vor 12 Monaten noch der schnellste Computer der Schweiz. Inzwischen ist der CERN-Computer mit seinen 19,7 Tflops in der Weltrangliste von Rang 96 auf Rang 349 zurückgefallen.
Trotz dieser schnelle Verschiebungen innerhalb der Rangliste ändert sich aber an der generellen globalen "Machtverteilung" auf dem Supercomputergebiet erstaunlich wenig. US-Computer dominieren die Rangliste sowohl in der Spitze wie in der Masse. Die beiden deutschen Renner haben zum Beispiel zwei französische Maschinen abgelöst, die es vor einem Jahr noch in die Top10 schafften, der Rest steht wie schon damals in den USA. Und ebenfalls wie vor einem Jahr sind 291 der 500 schnellsten Computer in den USA stationiert. Der Anteil Europas ist von 151 auf 145 gesunken, der Anteil Asiens von 47 auf 49 gestiegen. (hjm)
(Foto: Michele De Lorenzi/CSCS)

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