Neuer Zoff zwischen Oracle und SAP

21. April 2008, 15:34
  • business-software
  • oracle
  • sap
image

Nachdem Oracle neue Vorwürfe gegen SAP geäussert hat, sei eine aussergerichtliche Einigung der Kontrahenden im Prozesss um die SAP-Tochter TomorrowNow in weite Ferne gerückt, berichtet die 'Financial Times Deutschland'.

Nachdem Oracle neue Vorwürfe gegen SAP geäussert hat, sei eine aussergerichtliche Einigung der Kontrahenden im Prozesss um die SAP-Tochter TomorrowNow in weite Ferne gerückt, berichtet die 'Financial Times Deutschland'. Oracle hat letzte Woche beim zuständigen Gericht angekündigt, aufgrund von neu aufgetauchtem Beweismaterial eine erweiterte Klage einreichen zu wollen.
TomorrowNow ist ein Dienstleister, der als Alternative zu Oracle selbst Support für Applikationen der von Oracle übernommenen Unternehmen PeopleSoft und Siebel leistet. Oracle hatte vor rund einem Jahr eine Klage gegen SAP eingereicht. Der ursprüngliche Vorwurf lautete, TomorrowNow habe Lizenzen von Kunden benutzt, um unter Verletzung der Lizenzbestimmungen Oracle-eigenes Support-Material herunterzuladen und damit "Diebstahl in grossem Massstab" begangen.
Nun wirft Oracle TomorrowNow zusätzlich vor, dass sich unter den Downloads auch Kopien der Oracle-Applikationen selbst befunden hätten, die vom Dienstleister unerlaubt für eigene Zwecke eingesetzt worden seien. Zum Beispiel seien Kopien der Oracle-Applikationen für das Training der eigenen Leute, als Testumgebung für andere Kunden und als Grundlage für die Entwicklung von eigenen "SAP"-Updates und -Fixes für die Oracle-Applikationen genutzt worden.
Darüber hinaus, so Oracle, habe man bei SAP selbst auf Führungsebene gewusst, dass diese Praxis illegal sein könnte, aber nichts dagegen getan.
SAP hielt dem entgegen, dass Oracle ein weiteres Mal übertriebene Statements mache und eine Routineeingabe für Propagandazwecke missbrauche. TomorrowNow habe schon Jahre vor der Übernahme durch SAP als Drittunternehmen Support und Softwareunterhalt für Oracle-Kunden übernommen, damit sich diese auf ihr eigenes Business konzentrieren können. Dass das Unternehmen im Rahmen dieser Tätigkeit Zugriff auf von Oracle lizenzierte Software und Materialien nehme - auf welche die Kunden schliesslich Anspruch hätten - sei völlig normal und "sollte niemanden überraschen." (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Die Entlassungswelle schwappt nach Europa

Bis jetzt haben die Entlassungen bei Big Tech vornehmlich den US-Arbeitsmarkt getroffen. Nun will auch SAP 3000 Jobs streichen und Kosten senken.

publiziert am 26.1.2023
image

Aktivistischer Investor steigt mit Milliarden bei Salesforce ein

Beim SaaS-Anbieter könnte es noch turbulenter werden: Die aktivistische Investment­firma Elliott Management beteiligt sich mit mehreren Milliarden Dollar an Salesforce.

publiziert am 25.1.2023
image

Neues Servicenow-Partnerprogramm: "Revolution? Eher Evolution"

Servicenow stellt sein Partnerprogramm umfassend neu auf. Karl-Heinz Toelkes, Partnerverantwortlicher Zentraleuropa, äussert sich zu den Plänen in der Schweiz.

publiziert am 24.1.2023
image

KI-Startup Acodis sammelt 6 Millionen Franken

Das Unternehmen hat eine Dokumentenverarbeitungs-Plattform für den Pharma- und Gesundheitssektor entwickelt. Mit dem Kapital soll nun die Marktposition ausgebaut werden.

publiziert am 24.1.2023