Neues E-Voting-System auf Blockchain-Basis für die Schweiz?

25. Januar 2017, 15:11
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Schon mal in Estland gewesen? Da sollte man hingehen, zumindest wenn man E-Government in der Praxis erleben will.

Schon mal in Estland gewesen? Da sollte man hingehen, zumindest wenn man E-Government in der Praxis erleben will. In kleinen baltischen Land kann man sich nämlich als "E-Resident" anmelden, kann Banking-Services nutzen und online ein Startup gründen. Und dies alles basierend auf Blockchain.
Auch in der Schweiz soll man in Sachen E-Government auf Blockchain-Basis vorwärts machen. Dies findet ein Startup namens Procivis und präsentiert eine eigene "E-Government as a Service"-Plattform.
Eine konkrete Anwendung stellte man auch gleich vor: Man könne beweisen, dass E-Voting via Mobiltelefon nicht nur möglich, sondern manipulationssicher möglich sei. Dies meldet Procivis in einer Mitteilung.
Die entsprechende eigene Plattform könne digitale Identitäten sicher verwalten dank Blockchain-Technologie. Das E-Voting sei nur ein Beispiel, so Procivis-Gründer Daniel Gasteiger, der Estland als Vorbild betrachtet auf dem Weg zu einer Schweizer "E-ID".
Und nicht zufällig ist denn bei Procivis auch ein Este namens Kaspar Korjus als strategischer Berater an Bord.
"Digitales Rückgrat der Demokratien"
Als weiteren Schritt schlägt Gasteiger einen durch die Behörden verwalteten App Store vor, um mit Apps, Blockchain und der Plattform auch Steuererklärungen, Grundbuch- und Handelsregistereinträge zu managen.
Gar ein globales, "digitales Rückgrat von Demokratien" will er laut 'finews.ch' bauen.
Der ambitionierte Blockchain-Fan Gasteiger ist kein Unbekannter. Er ist ein Ex-Banker und war zuletzt Bürochef von Axel Weber bei der UBS. 2015 gründete er das Startup Nexussquared. Dieses will er zum europäischen Hub für Blockchain-Initiativen machen und verantwortet eine Machbarkeitsstudie für den Innovationspark Zürich.
Dort soll ein gesamtschweizerisches Blockchain-Forschungs- und Innovationszentrum angesiedelt werden, das "Trust Square" heisst. Gasteiger soll geistiger Vater des Projekts sein. Mit Prophezeiungen wie "die Schweiz könnte bei Blockchain weltweit führend werden", kämpft er um Aufmerksamkeit für die Technologie und sich selbst.
Procivis selbst befindet sich laut Mitteilung momentan noch im Stadium der Anschubfinanzierung.
Noch kein Thema scheint übrigens in den Procivis-Plänen ein neuer Service aus Estland zu sein: Die Online-Heirat ohne Pfarrer und ohne Standesamt samt einer in einer Blockchain hinterlegten Heiratsurkunde. Hat Estland damit Erfolg, so muss sich das Heiratsparadies Las Vegas im Segment "Nerds und Geeks" wohl etwas überlegen. (mag)

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