Neues Windows für alte PCs: Microsoft bestätigt Pläne

13. Mai 2005, 07:21
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Risse im Wintel-Imperium? Eine neue Windows-Version soll es Unternehmen ermöglichen, schwächliche alte PCs wenigstens als Thin Clients zu recyceln.

Risse im Wintel-Imperium? Eine neue Windows-Version soll es Unternehmen ermöglichen, schwächliche alte PCs wenigstens als Thin Clients zu recyceln.
Ein Microsoft-Vertreter hat gestern gegenüber US-Medien Pläne bestätigt, Versionen von Windows XP auf den Markt zu bringen, die auch auf relativ alten und leistungsschwachen PCs lauffähig sein werden. Bink.nu, die Website eines bekannten Microsoft-Beobachters, der immer wieder Insider-Infos über den Softwareriesen auf Lager hat, berichtete bereits Ende April über diese unter den Codenamen "Eiger" und "Mönch" laufenden Projekte, Microsoft äusserte sich dazu bis gestern aber nicht.
Wie Barry Goffe, ein Product Manager in Microsofts Windows-Gruppe nun erklärte, bestehen diese nach zwei unserer bekannteren Schweizer Berge benannten Projekte tatsächlich. Wann das erste neue Betriebssystem auf den Markt kommen könnte, steht allerdings noch in den Sternen.
Alte PCs als Thin Client
Das Hauptproblem beim Einsatz von älteren PCs besteht für viele Unternehmen darin, dass es für die älteren Windows-Versionen die darauf betrieben werden, keine Security-Updates mehr gibt und dass sie schwerer verwaltbar sind.
Windows würde auf vielen dieser Maschinen gar nicht oder nur langsam laufen. Mit "Eiger" will Microsoft eine Alternative bieten, die so sicher und einfach verwaltbar wie Windows XP ist. Für "Eiger" empfiehlt Microsoft denn auch lediglich einen Pentium II Prozessor und 128 Megabyte RAM, und zumindest lauffähig soll das OS sogar mit noch älteren Pentium-CPUs, 64 MB RAM und einer 500 MB-Harddisk sein.
"Eiger" wird allerdings, wie "News.com" Goffe zitiert, keineswegs ein vollwertiger Ersatz für XP sein. Das Betriebssystem soll den PC im wesentlichen in einen Thin-Client verwandeln, der auf Anwendungs-Software zugreift, die auf Servern laufen. Dazu wird auch Office gehören. Lokal sollen nur wenige Programme, zum Beispiel der Explorer, betrieben werden können. Das zweite Projekt "Mönch" ist gemäss Goffe eine "Wunschliste" von weitergehenden Features, die in einer zweiten "Eiger"-Version verwirklicht werden könnten.
Langsamere Hardwareschraube?
Microsoft propagiert "Eiger" vor allem als kurzfristige Übergangslösung für Unternehmen, die noch PCs mit älteren Windows-Versionen im Einsatz haben und irgendwann auf Windows XP oder Longhorn aufrüsten wollen, sich die Anschaffung neuer Hardware im Moment aber noch nicht leisten können (oder wollen).
Trotzdem erstaunen die Pläne Microsofts leise. Redmond hat im Rahmen des legendären "Wintel"-Imperiums bisher immer eine feste Front mit den PC-Herstellern gebildet und fleissig dabei mitgeholfen, die Unternehmen zu dauernden Neuanschaffungen zu zwingen. (Hans Jörg Maron)

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